
Am 27. März 2025 wurde bekannt, dass das Agrarreferat des Landes Kärnten 24.000 Impfdosen gegen die Blauzungenkrankheit erworben hat. Mit einer Investition von 160.000 Euro soll der Impfstoff landwirtschaftlichen Betrieben zur Verfügung gestellt werden, um die Tierbestände in der Region zu schützen. Der erste Fall der Blauzungenkrankheit, einer schweren Viruserkrankung, wurde im September 2024 in Kärnten registriert. Besonders betroffen sind Schafe, Rinder, Ziegen sowie Wildtiere und auch Lamas und Alpakas sind gefährdet.
Diese Initiative ist von besonderer Bedeutung, da die Impfung vor der bevorstehenden Alm- und Weidesaison erfolgen sollte. Mit den steigenden Temperaturen im Frühling nimmt die Aktivität von Stechmücken, die als Überträger des Erregers fungieren, stark zu. Das Risiko einer Infektion steigt, wenn die Tiere auf die Weide kommen, wodurch schnell die gesamte Herde gefährdet werden kann.
Die Gefahren der Blauzungenkrankheit
Die Symptome der Blauzungenkrankheit äußern sich in Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Hautschäden, während die Zunge bläulich eingefärbt ist. Die Auswirkungen auf die Tiere sind gravierend: Die Milchleistung kann stark sinken, die Krankheit kann zu Fehlgeburten oder sogar zum Tod führen. Glücklicherweise ist der Erreger für den Menschen grundsätzlich ungefährlich, wodurch die öffentliche Gesundheit nicht direkt betroffen ist.
Um die Tiere zu schützen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Eilverordnung erlassen. Diese erlaubt die zeitlich begrenzte Anwendung von Impfstoffen gegen das Blauzungenvirus des Serotyps 3 (BTV-3). Dr. Ophelia Nick, Parlamentarische Staatssekretärin im BMEL, betont die Dringlichkeit der Impfung. Die Impfung wird als Reaktion auf das erwartete saisonbedingte Wiederaufflammen der Virusinfektionen angesehen, das mit der zunehmenden Aktivität der Gnitzen verbunden ist.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Vorbereitung auf die Weidesaison
In Deutschland sind derzeit knapp 16.000 Fälle von Blauzungenkrankheit (BTV-3) gemeldet, darunter 921 in Bayern. Die wirtschaftlichen Folgeschäden sind bereits spürbar, mit einem Rückgang der Milchanlieferung und steigenden Butterpreisen. Laut Martina Bechter von Boehringer Ingelheim ist die Situation besorgniserregend. Besonders alarmierend sind die Zahlen aus den Niederlanden, wo Schafherden zu 75% betroffen sind, was zu über 50.000 toten Schafen und etwa 2.000 toten Rindern geführt hat.
Für die Landwirte ist es entscheidend, aktiv Maßnahmen zu ergreifen. Die seit dem 20. Februar 2025 zugelassenen Impfstoffe gegen BTV-3 werden in Deutschland aber voraussichtlich nicht rechtzeitig in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Daher sind die Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter in der Verantwortung, ihre Tiere vor Beginn der Gnitzensaison 2025 zu impfen, um weitere Ausbrüche zu verhindern und die Tierbestände zu sichern.
Die Behörden und Tierärzte warnen davor, sich auf die Wintermonate zu verlassen, da das Virus auch bei niedrigen Temperaturen überleben kann. Das Ziel muss es sein, das Virusreservoir auch während der kälteren Monate einzudämmen, um einen kontrollierten Ablauf in der nächsten Weidesaison zu gewährleisten.
Diese erfolgreichen Vorbereitungen sind notwendig, um die Landwirtschaft in der Region und über die Grenzen hinaus zu schützen, und um sowohl die Gesundheit der Tiere als auch die wirtschaftlichen Interessen der Landwirte zu wahren. Der Fokus liegt nun auf der baldigen Durchführung der Impfaktionen, die über die Amtstierärzte abgewickelt werden.
Für weitere Informationen zu den Maßnahmen gegen die Blauzungenkrankheit siehe auch Dolomitenstadt, BMEL und Wochenblatt.
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