Am 26. Jänner 2026 fand der Neujempf begrüßte im Hilfswerk in Klagenfurt zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Sozialwesen und Gesellschaft. Die Präsidentin des Hilfswerks, Elisabeth Pichler-Scheucher, eröffnete die Veranstaltung mit einem Dank an die 1.299 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihren unermüdlichen Einsatz. Der Fokus der Diskussion lag auf der Gesundheit der Patientinnen und Patienten sowie einem selbstbestimmten, gesunden Altern, welches angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger wird.
Ein zentrales Anliegen des Hilfswerks ist der Ausbau der mobilen Betreuung, um ältere Menschen in ihren eigenen vier Wänden zu halten. Es wird betont, dass ein umfassendes Servicepaket und ausreichend Zeit für das Pflegepersonal notwendig sind, um die Lebensqualität der Betroffenen zu sichern. Gleichzeitig wird ein verstärkter Fokus auf Projekte zur Bekämpfung von Einsamkeit gelegt.
Strategische Prioritäten und neue Projekte
Im Rahmen dieser Strategie wurde auch der Ausbau der technischen Hausbetreuung sowie die Einführung von Angeboten wie „Cook & Fresh“ in Völkermarkt und Wolfsberg angekündigt. Zudem werden Schwerpunkte auf die Bildung und Entlastung von Familien gelegt, einschließlich flexibler Kinderbetreuung und einer engeren Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Das Projekt „Standort Wohnen“ soll in Villach im Jahr 2026 starten.
Dr. Walter Zemrosser, Finanzreferent des Hilfswerks, berichtete von einem signifikanten Anstieg des Leistungsvolumens von 51 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 72 Millionen Euro. Dies zeigt die wachsende Bedeutung des Hilfswerks, das nun die drittstärkste Kraft im Verband der österreichischen Hilfswerksorganisationen darstellt. Bürgermeister Christian Scheider sowie Stadtrat Julian Geier hoben die Rolle des Hilfswerks als Arbeitgeber und sozialen Partner hervor.
Der demografische Wandel und gesundes Altern
Das Thema gesundes und aktives Altern hat in den letzten Jahren national und international an Bedeutung gewonnen, insbesondere im Kontext des demografischen Wandels. Laut dem Bundesgesundheitsministerium wird sich der Anteil der über 60-Jährigen bis 2050 weltweit verdoppeln. Ältere Menschen benötigen spezifische Pflegeeinrichtungen und Vorsorgeangebote.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in diesem Zusammenhang eine Strategie entwickelt, die nicht nur die Rechte älterer Menschen thematisiert, sondern auch die Schaffung altersfreundlicher Umgebungen zum Ziel hat. Diese Strategie umfasst fünf Hauptziele, darunter die Förderung des gesunden Alterns und die Anpassung von Gesundheitssystemen an die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung. Die Strategie gilt bis 2030 und leitet die Dekade des gesunden Alterns ein.
Internationale Zusammenarbeit für gesundes Altern
Im Hinblick auf die Herausforderungen des demografischen Wandels betont die WHO die Notwendigkeit eines starken Fokus auf Prävention, umfassende Gesundheitsversorgung und die Schaffung förderlicher Lebensbedingungen. Eine Konsultation unter Beteiligung von Mitgliedstaaten fand im Februar 2025 statt, um eine gemeinsame Vision für gesundes Altern in der Europäischen Region zu entwickeln. Dr. Natasha Azzopardi Muscat von der WHO unterstrich, dass Altern als Chance und nicht als Herausforderung betrachtet werden sollte.
Aufgrund einer deutlich wachsenden Nachfrage nach Qualifikationen im Pflegebereich wird bis 2035 in der EU mit 4,3 Millionen zusätzlichen Pflegekräften gerechnet. Der Austausch und Konsens zwischen den Beteiligten sowie die Förderung von Investitionen in Prävention und Pflege sind entscheidend, um die künftigen Herausforderungen zu bewältigen.
Das Hilfswerk Kärnten positioniert sich weiterhin als verlässlicher Partner für soziale Sicherheit und wird in Zukunft durch weiterführende Projekte und Strategien einen bedeutenden Beitrag zu einem gesunden Altern leisten.
Weitere Informationen finden Sie unter diesen Links: Klick-Kärnten, Bundesgesundheitsministerium, WHO.