Der Song „Immer vorwärts FPÖ“ der John Otti Band erfreut sich zunehmender Beliebtheit im politischen Kontext. In der Nacht zum Montag wurde der Titel in stark gekürzter Form auf Ö3, dem größten Radiosender Österreichs, ausgestrahlt. Dies geschah in der Sendung „Ö3 Austria Top 40“, wo der Song, der speziell für die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) konzipiert wurde, Platz 20 in den Charts erreichte, maßgeblich durch Verkaufszahlen und Streamingabrufe.
Politikwissenschaftler Peter Filzmaier wies in einem Interview in der Sendung darauf hin, dass es in der österreichischen Musikgeschichte bisher keinen Song gegeben habe, der gezielt für eine politische Partei erstellt wurde. Er betonte die Bedeutung von Musik für politische Parteien, da sie in der Lage ist, Menschen in einer positiven Atmosphäre anzusprechen, ohne kritische Fragen aufzuwerfen. Politikerreden, so Filzmaier, erreichen oft nicht das gleiche Maß an Resonanz.
Einblicke in die John Otti Band
Die John Otti Band ist eine bekannte Popmusik-Band aus Magdalensberg, Kärnten. Sie wurde in den 1990er Jahren von Johannes John Otti gegründet und besteht aus den Brüdern Johannes, Werner, Jörg und Jürgen. Die Band hat sich als Unterstützerband der FPÖ etabliert und ist bekannt für ihre Auftritte in Bierzelten, auf Jahrmärkten sowie in Wirtshäusern.
Ein weiteres markantes Stück des Repertoires der Band ist das Lied „Immer wieder Österreich“, welches der Gruppe österreichweite Bekanntheit bescherte. Neben ihren eigenen Kompositionen interpretiert die Band auch diverse Musikstücke aus unterschiedlichen Genres, darunter den Radetzky-Marsch und Hits von Robbie Williams. Ein früherer Erfolg war 2002 die Coverversion von „Bette Davis Eyes“, die Platz 47 der Hitparade erreichte.
Politik und Musik
Die Verbindung von Musik und Politik ist nicht neu. Wie Edit-Magazin erläutert, nutzt die Politik Musik oft als ein Instrument zur Beeinflussung der Öffentlichkeit. Musik hat die Fähigkeit, Emotionen zu wecken, Erinnerungen zu aktivieren und ein Gefühl der Gemeinschaft zu erzeugen. Historiker Carsten Kretschmann hebt die emotionale Kraft der Musik hervor.
Die strategische Nutzung von Musik in der Politik hat sich besonders in extremen politischen Rändern bewährt. Musikwissenschaftler Kai Hinrich Müller warnt jedoch davor, Musik zu missbrauchen. Um die politischen Absichten eines Songs vollständig zu verstehen, ist es wichtig, den Text, die politischen Äußerungen des Künstlers sowie andere Werke zu betrachten.
Die FPÖ ist nicht die erste Partei, die Musik als Mittel zur Wähleransprache verwendet. Vergleichbare Ansätze wurden bereits in den USA verfolgt, etwa mit Songs für Barack Obama. Filzmaier rät anderen Parteien, sich ähnliche Strategien zu überlegen, jedoch ohne sich direkt von der FPÖ inspirieren zu lassen.