Die geplante Stromtrasse sorgt in der Gemeinde für Besorgnis und Unsicherheit. Bürgermeister Klaus Glanznig und Umweltreferent Andreas Fillei äußerten, dass die Trassenplanung nicht von der Gemeinde bestellt oder gewünscht wurde. Die vorliegenden Pläne stifteten Ängste in der Bevölkerung bezüglich Gesundheit, Landschaft und Lebensqualität. Zudem ist bislang nur eine grobe Trassenführung bekannt, während konkrete Details zu Verlauf, Standorten und Mast-Höhen fehlen. Die Gemeindespitze fordert daher eine transparente Kommunikation, die Einbindung betroffener Grundstückseigentümer sowie faire Verhandlungen.
Einige Entlastungen könnten sich durch den Abriss einer bestehenden 110-kV-Leitung im Tal ergeben, was die Siedlungsgebiete entlasten könnte. Der nächste Schritt in diesem Prozess ist eine Informationsmesse von APG und Kärnten Netz, bei der sowohl Bürgermeister Glanznig als auch Vizebürgermeister Fillei anwesend sein werden, um die Anliegen der Bevölkerung zu hören und zu unterstützen.
Umweltauswirkungen und gesellschaftliche Bedenken
Die Befürchtungen der Anwohner sind nicht unbegründet, da die Auswirkungen von Freileitungstrassen auf die Umwelt erheblich sind. Laut Informationen vom NABU beeinträchtigen solche Trassen das Landschaftsbild und die Lebensräume von Flora und Fauna. Hoch- und Höchstspannungstrassen schaffen breite Schneisen in Wäldern, die insbesondere störungsempfindliche Arten wie den Schwarzstorch negativ beeinflussen. Diese Vögel benötigen zusammenhängende Waldgebiete und sind durch solche Veränderungen besonders gefährdet.
Zudem zeigen sich bei den neuen Leitungen oft negative Auswirkungen auf andere Tierarten. Während sich wärmeliebende Arten wie Eidechsen und Heuschrecken an offenen Schneisen erfreuen, verlieren scheue Großvögel wie Schreiadler und Kiebitz Lebensraum. Es wird beobachtet, dass die erhöhten Prädationsdruck durch Raubtiere an Freileitungen den Überlebensdruck auf Wiesenbrüter zusätzlich erhöht.
Nachhaltige Planung als Lösung
Um den negativen Umweltauswirkungen zu begegnen, rät der NABU zu einer vorausschauenden räumlichen Planung. Hierbei sollte bedacht werden, bestehende Infrastrukturen zu nutzen und angepasste Mastbauweisen zu entwickeln. Ein ökologisches Schneisenmanagement könnte nicht nur zur Förderung der Artenvielfalt beitragen, sondern auch in das Landschaftsbild besser integriert werden. Die Potenziale liegen in der Verbindung von Lebensräumen durch gezielte Planung von Stromtrassen.
Um die Balance zwischen der Energieversorgung und den Naturschutzbelangen zu wahren, sind Entwicklungskonzepte erforderlich, die sowohl den Naturschutz als auch die Anforderungen der Energieversorgung in der Bundesfachplanung berücksichtigen. Ohne diese ganzheitliche Betrachtungsweise könnte die praktische Umsetzung eines solchen Vorhabens in der Agrarlandschaft als problematisch angesehen werden.
Die Sorgen der Anwohner und Umweltschützer verdeutlichen die Notwendigkeit, sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Aspekte bei der Planung neuer Stromtrassen miteinander zu verzahnen. Die kommenden Informationsveranstaltungen werden entscheidend sein, um einen Dialog zwischen den Entscheidungsträgern und der Bevölkerung herzustellen.