Bürgermeister Kulmer: Alternative Stromtrassen dringend gefordert!
Bürgermeister Kulmer fordert Alternativrouten für die geplante 380 kV-Leitung in Kärnten, um Natur und Anwohner zu schützen.

Bürgermeister Kulmer: Alternative Stromtrassen dringend gefordert!
Der Bürgermeister von St. Veit, Kulmer, äußert scharfe Kritik an der geplanten 380-kV-Leitung, die in seiner Gemeinde errichtet werden soll. In einem aktuellen Interview bringt Kulmer zur Sprache, dass die Anwohner der betroffenen Ortsteile vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Während die Notwendigkeit einer stabilen Stromversorgung nachvollzogen werde, tragen die Bewohner die Hauptbelastung der damit verbundenen Einschränkungen.
Die geplante Trasse verläuft in unmittelbarer Nähe zu den Ortslagen von Karslberg, Projern, Hörzendorf, Blintendorf und Pflugern. Kulmer betont die erheblichen Beeinträchtigungen, die durch Eingriffe in die Landschaft und Natur zu erwarten sind. Aus diesen Gründen fordert er die Austrian Power Grid (APG) und die Kärnten Netz (KNG) dazu auf, Alternativrouten weitab von bewohnten Gebieten zu prüfen.
Forderung nach Transparenz
Kulmer setzt sich für eine transparente und faire Einbindung der betroffenen Bevölkerung ein. Trotz eines vorgesehenen Umweltverträglichkeitsverfahrens sind bereits massive Eingriffe in die Natur abzusehen. Dieser Aspekt ist besonders kritisch, da neben der Ansiedlung von Menschen auch die Natur und die dort lebenden Tierarten betroffen sind. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bringt in seinen Arbeiten zur Bewertung von Kollisions- und Tötungsrisiken von Vogelarten schwierige Herausforderungen für die Planung von Stromleitungen zur Sprache.
Der Mortalitäts-Gefährdungs-Index, wie von Bernotat und Dierschke (2021) veröffentlicht, stellt den aktuellen Stand zur Bewertung des Kollisionsrisikos dar. Zudem bieten die Bewertungen Informationen zu Datengrundlagen für betroffene Gebiete und Arten und Ausführungen zur Konfliktintensität verschiedener Leitungsvorhaben.
Ökologisches Trassenmanagement im Fokus
Angesichts der befürchteten Eingriffe in die Natur sind moderne Pflegekonzepte in der Diskussion. Diese bieten neben der Leitungssicherheit auch einen ökologischen Mehrwert und spielen eine bedeutende Rolle beim Biotopverbund. Ein bundesweites, modernes Trassenmanagement wird als wichtiges Instrument für die Sicherung der Biodiversität und den Naturschutz betrachtet. Dies könnte die Lebensräume verbinden und dabei helfen, die Natur zu schützen.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) arbeitet mit verschiedenen Partnern zusammen, um Erfahrungen im ökologischen Trassenmanagement zu bündeln und zu optimieren. Dabei wird auch die Verwendung von Vogelschutzmarkierungen an Freileitungen untersucht, um das Risiko von Anflug- und Tötungsvorfällen für Vogelarten zu verringern. Solche Maßnahmen könnten in den Planungsprozess integriert werden, um die Auswirkungen auf die Tierwelt zu minimieren.
Zusammenfassend ist die aktuelle Diskussion über die 380-kV-Leitung nicht nur ein infrastrukturelles, sondern auch ein ökologisches und soziales Thema. Die Forderung nach Alternativen und einer transparenten Einbindung der Gemeinde steht im Mittelpunkt der Überlegungen für eine nachhaltige Zukunft.