In einem besorgniserregenden Vorfall in Klagenfurt hat ein 76-jähriger Mann zehntausende Euro durch einen Cyber-Betrug verloren. Wie Klick Kärnten berichtet, wurde auf dem Computer des Seniors eine Schadsoftware installiert, die das Gerät unbrauchbar machte. Nach dem Auftreten des Problems tauchten auf dem Bildschirm nur drei Bilder auf, darunter eine Telefonnummer, die der ältere Herr anrief. Am anderen Ende der Leitung meldete sich eine Frau und informierte ihn, dass seine anstehende Überweisung einen Virus enthielte.

Unter dem Vorwand, das Problem zu lösen, forderte die Anruferin den Mann auf, erneut auf seine Bank-App zuzugreifen. Dieser Aufforderung kam er nach und innerhalb von nur zwei Tagen wurden von seinem Konto durch insgesamt 29 Transaktionen mehrere zehntausend Euro abgebucht. Der Mann hat inzwischen Anzeige erstattet, und die Ermittlungen sind im Gange.

Die Gefahren von Schadsoftware

Nach BSI verbreitet sich Schadsoftware über verschiedene Kanäle, vor allem über das Internet. In der heutigen Zeit kommen häufig E-Mail-Anhänge, gefälschte Webseiten und auch kostenlose Downloads zum Einsatz. Cyber-Kriminelle nutzen diese Methoden, um Schadprogramme zu installieren, die Nutzerdaten ausspionieren oder sogar Manipulationen beim Online-Banking durchführen können. Tatsächlich sind alle internetfähigen Geräte, von PCs bis hin zu Smart-Home-Produktionen, potenziell gefährdet.

Die BSI warnt zudem vor komplexen Schadprogrammen, wie Trojanern und Ransomware, die nicht nur die Funktionalität der Systeme beeinträchtigen, sondern auch einen Fernzugriff für die Täter ermöglichen können. Vor allem ältere Menschen sind oft Ziel solcher Angriffe, da sie möglicherweise weniger technisches Wissen haben, um solche Betrugsversuche zu erkennen.

Betrugsfälle im Online-Banking

Eine Studie zeigt, dass bis zu 80 Prozent der Betrugsfälle im Online-Banking zu keiner finanziellen Entschädigung durch die Banken führen. Laut Tagesschau haben viele Betroffene, wie im Fall von Angelika Brunner, Schwierigkeiten, ihre Verluste zurückzuerhalten, da Banken oft grobe Fahrlässigkeit vorwerfen. Der Betrugsfall Brunner beschreibt eine ähnliche Masche wie im Klagenfurter Fall, bei dem sich ein Betrüger als Mitarbeiter einer Bank ausgibt.

Als Reaktion auf die zunehmende Zahl solcher Betrugsversuche fordern staatliche Aufseher und Verbraucherschützer verbesserte Schutzmaßnahmen für Verbraucher. Die Europäische Kommission plant Anpassungen der Haftung für Bankkunden, um den Verbraucherschutz zu stärken. Angestrebt wird, dass Kunden nur dann haftbar gemacht werden können, wenn grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. Zudem soll die Prüfungszeit bei Verdachtsfällen auf zehn Tage gesenkt werden.

Insgesamt zeigt der Vorfall des 76-Jährigen in Klagenfurt eindringlich, wie wichtig es ist, sich über die Gefahren von Cyber-Kriminalität zu informieren und sich effektiv zu schützen, um nicht selbst Opfer eines solchen Betrugs zu werden.