Am 31. Jänner 2023 wurde Andrea Mattioli in einem feierlichen Gottesdienst als Superintendentin der Evangelischen Kirche in Kärnten-Osttirol eingeführt. Dieser Gottesdienst, geleitet von Bischöfin Cornelia Richter, fand in der Kirchengemeinde Zlan statt, die als der zweitgrößte evangelische Kirchenbau Kärntens gilt. Mattioli ist nicht nur die erste Frau in dieser Position in Kärnten, sondern bringt auch eine beeindruckende Biografie mit. Geboren in Deutschland und in Württemberg aufgewachsen, zog sie 2019 mit ihrem Mann und drei Kindern nach Kärnten. Bereits 2002 wurde sie zur Pfarrerin ordiniert und war zuvor Gemeindepfarrerin in Ludwigsburg.Dolomitenstadt
Die Wahl zur Superintendentin wurde im April 2022 von den Delegierten der Kärntner Superintendentialversammlung mit Zweidrittelmehrheit beschlossen. In ihrer ersten Predigt als neue Superintendentin betonte Mattioli den Wert der christlichen Gemeinschaft und die bewusste Entscheidung, Teil dieser zu sein. Landeshauptmann Peter Kaiser und Ministerialrat Martin Fischer gratulierten ihr und würdigten die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Politik, wobei Fischer die Rolle der Evangelischen Kirche für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervorhob.Dolomitenstadt
Frauen in Führungspositionen
Die Berufung von Mattioli fällt in eine Zeit, in der die Evangelische Kirche und auch die katholische Kirche in Deutschland verstärkt auf Gleichstellung und Frauenförderung achten. In den Generalvikariaten und Ordinariaten der deutschen (Erz-)Diözesen sind derzeit 32,5 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt. Der Frauenanteil auf oberer Leitungsebene liegt bei 28 Prozent und auf mittlerer Ebene bei 34,5 Prozent.Vatican News
Zudem wurden neue Leitungsmodelle in elf (Erz-)Diözesen eingeführt, die es Frauen ermöglichen, als Stellvertreterinnen des Diözesanbischofs tätig zu sein. Diese Veränderungen sind Teil eines Kulturwandels innerhalb der Kirche, der durch gezielte Maßnahmen wie Mentoring, flexible Arbeitszeitmodelle und Sensibilisierung für Diversität unterstützt wird. Dies ermöglicht eine Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche, dies jedoch weiterhin mit dem Hinweis auf bestehenden Verbesserungsbedarf.Vatican News
Bedeutung der Frauenförderung
Andrea Mattiolis Amtsantritt und die damit einhergehende Diskussion über Frauen in Führungspositionen ergänzen sich zu einem Bild, das sowohl Herausforderungen als auch Fortschritte widerspiegelt. Der Frauenanteil in den oberen Etagen zeigt Fortschritte, aber laut der Unterkommission „Frauen in Kirche und Gesellschaft“ ist der Weg zur vollständigen Gleichberechtigung noch lang.Vatican News
Andrea Mattioli ist nicht nur eine symbolische Figur für Fortschritt und Gleichstellung innerhalb der Kirche, sondern hat auch die Möglichkeit, aktiv an Veränderungen mitzuwirken. In der Evangelischen Superintendentur Kärnten-Osttirol leben rund 41.000 Mitglieder in 33 Pfarrgemeinden, die auf ihre neue Superintendentin blicken, während sie sich den Herausforderungen und Potentialen ihrer Gemeindearbeit widmet.Dolomitenstadt