Im Congress Center Villach fand am 6. Februar 2026 eine feierliche Abschlusszeremonie der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege statt. Dabei wurden 30 Absolventinnen und Absolventen für ihre Leistungen in der Pflegebranche ausgezeichnet. Insbesondere wurden zehn Diplome für die zweijährige Ausbildung zur Pflegefachassistenz und 20 Diplome für die verkürzte Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege vergeben. Landesrätin Beate Prettner gratulierte den neuen Fachkräften und hob die Bedeutung der Gesundheits- und Krankenpflegeschulen in Villach und Klagenfurt hervor. Sie betonte, dass das Land Kärnten moderne Ausbildungsangebote und geeignete Rahmenbedingungen bietet.
Ein wesentlicher Schwerpunkt in der Ausbildung liegt derzeit bei der Pflegefachassistenz, in der jährlich rund 60 neue Studierende starten. Die Ausbildungsstruktur ermöglicht eine Anstellung für die Auszubildenden ab dem ersten Schultag bei der KABEG, mit einem monatlichen Nettogehalt von 1.340 Euro, 14 Mal jährlich. Alternativ steht den neuen Auszubildenden eine Pflege-Ausbildungsprämie von 630 Euro netto monatlich zur Verfügung. Die Leitung der GuK hat nun Veronika Burger übernommen, nachdem Beate Wanke in den Ruhestand trat.
Neue Ausbildungsmöglichkeiten im Pflegebereich
Parallel zu den Feierlichkeiten in Kärnten gibt es auch in Deutschland große Fortschritte im Bereich der Pflegeausbildung. Das neue Pflege-Fachassistenz-Einführungs-Gesetz, das am 9. Oktober 2025 verabschiedet wurde, zielt darauf ab, eine einheitliche Ausbildung für Pflegefachassistenz in Deutschland zu schaffen. Vor der Einführung gab es 27 unterschiedliche Ausbildungswege, die nun durch ein gemeinsames curricular ersetzt werden. All diese Maßnahmen sollen sowohl die Pflegequalität als auch die Bildungschancen für die angehenden Pflegekräfte verbessern.
Die neue Ausbildung in Deutschland wird ab dem 1. Jänner 2027 beginnen und umfasst in der Regel 18 Monate in Vollzeit. Eine Teilzeitoption sowie schnellere Ausbildungswege für Personen mit Berufserfahrung sind ebenfalls geplant. Grundsätzlich ist der Hauptschulabschluss notwendig, jedoch sind in bestimmten Fällen auch Ausnahmen möglich. Für alle Auszubildenden wird eine angemessene Vergütung sichergestellt, um die Attraktivität des Berufsfeldes zu steigern. Nach erfolgreichem Abschluss können die Absolventen gegebenenfalls eine weitere Ausbildung zur Pflege-Fach-Person oder ein Pflege-Studium anstreben.
Kritik und Herausforderungen
Dennoch gibt es auch Bedenken hinsichtlich der neuen gesetzlichen Regelungen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBflK) hat während des Gesetzgebungsverfahrens kritische Stellungnahmen abgegeben, insbesondere zu den Ausbildungsinhalten und -zeiten. Der Verband fordert eine Verlängerung der Ausbildungsdauer auf 24 Monate, um eine umfassendere Ausbildung zu gewährleisten. Auch gibt es Unklarheiten hinsichtlich des Begriffs „nicht komplex“, was potenzielle Haftungsfragen aufwirft.
Insgesamt stellt die Einführung einer bundeseinheitlichen Pflegefachassistenz-Auszubildung in Deutschland einen ersten Schritt zur Stärkung des Pflegeberufs dar. Der Rahmenlehrplan wird bis zum 30. Juni 2026 entwickelt, wobei die Länder die Möglichkeit haben, bis Ende 2027 landesrechtliche Pflegeassistenzausbildungen zu beginnen.
Die Entwicklungen in Kärnten und Deutschland verdeutlichen, wie wichtig es ist, neue Ausbildungsstrukturen zu schaffen, um den Bedarf an Pflegekräften in der Gesellschaft zu decken und gleichzeitig die Attraktivität des Berufs zu steigern. Sowohl in Kärnten als auch in Deutschland stehen die kommenden Jahre im Zeichen von Reformen und Anpassungen, die darauf abzielen, die Pflegeausbildung zukunftssicher zu gestalten.
Weitere Informationen zu den aktuellen Veränderungen in der Pflegeausbildung finden Sie in den Berichten von Klick Kärnten, Bundesgesundheitsministerium und DBfK.