Am 7. März 2026 hat Landesrat Peter Reichmann die Bedeutung von Mehrsprachigkeit für die Menschen und Kulturen in Kärnten hervorgehoben. Ein zentrales Ziel ist der frühzeitige Spracherwerb in privaten zwei- und mehrsprachigen Kindergärten. Um dies zu unterstützen, wird der Kärntner Volksgruppen-Kindergartenfonds eingerichtet. Der Fonds erhält einen Landeszuschuss von 1,4 Millionen Euro gemäß dem Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz. Im vergangenen Kindergartenjahr profitierten zwölf private Einrichtungen von rund 981.000 Euro aus diesem Fördertopf.
Besonders betont wird die Unterstützung für 11 private Kindergärten, in denen Slowenisch unterrichtet wird. Dieses Angebot kommt insgesamt 387 Kindern in 17 Gruppen zugute und soll die slowenische Sprache als wesentlichen Teil der kulturellen Identität Kärntens erhalten und weitergeben. Reichmann unterstreicht, dass die Vermittlung der Sprache im Kindesalter dazu beiträgt, kulturelle Vielfalt lebendig zu halten.
Förderung der Sprachkompetenzen
Die Förderung der Sprachkompetenzen wird als eine Schlüsselfrage angesehen, insbesondere in einem zunehmend mehrsprachigen Umfeld. So zeigt eine Studie von der bpb, dass die sprachliche Vielfalt in Kindertagesstätten in städtischen Gebieten besonders verbreitet ist. Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsgeschichten und sprachlichen Hintergründen kommen häufig aus Zuwandererfamilien oder mehrsprachigen Haushalten. Daher ist gezielte Sprachförderung notwendig, um ihnen einen erfolgreichen Start in die Grundschule zu ermöglichen.
Dennoch mangelt es oft an ausreichendem Personal und fachlicher Expertise im Umgang mit Mehrsprachigkeit. Laut den aktuellen Daten besuchten im Jahr 2022 im Bundesdurchschnitt 23,8 Prozent der Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren eine Kita und sprachen zuhause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch. In Stadtstaaten ist der Anteil besonders hoch: In Bremen beträgt dieser 43 Prozent, in Berlin 35,8 Prozent und in Hamburg 32,7 Prozent.
Regionale Unterschiede und Herausforderungen
Die Situation variiert jedoch stark zwischen den Regionen. In Hessen sprechen beispielsweise 35,7 Prozent der Kinder zu Hause eine andere Sprache, während in Nordrhein-Westfalen der Anteil bei 29,2 Prozent liegt. In ostdeutschen Bundesländern liegt der Anteil unter 10 Prozent, mit Mecklenburg-Vorpommern bei 7,5 Prozent und Brandenburg bei 7,8 Prozent.
Diese Unterschiede spiegeln lokale Migrationsgeschichten und Siedlungsstrukturen wider. Es wird deutlich, dass sprachliche Bildung angepasst werden muss, um den Anforderungen vor Ort gerecht zu werden, sowohl in Kitas als auch in Grundschulen. Zielgerichtete Förderprogramme und Ressourcen sind entscheidend für eine erfolgreiche mehrsprachige Erziehung.
Insgesamt zeigt sich, dass die Initiative in Kärnten, die Mehrsprachigkeit in Kindergärten zu fördern, nicht nur lokal, sondern auch im nationalen Kontext von großer Bedeutung ist. Der Ausbau solcher Fördermöglichkeiten könnte eine wichtige Rolle bei der Stärkung kultureller Identitäten und der Sprachkompetenz junger Menschen spielen. Dies gilt es, nachhaltig zu unterstützen und zu fördern, um die Vielfalt zu bewahren und zu leben.
Die Informationen beruhen auf den Berichten von Klick Kärnten und bpb.