Österreich steht vor einer bedeutenden Herausforderung in Bezug auf den Ausbau der Windkraft, insbesondere in den Bundesländern Kärnten und Oberösterreich. Aktuelle Berichte verdeutlichen, dass in Kärnten überwältigende 99,923 Prozent der Landesfläche als Wind-Ausschlusszonen klassifiziert sind. Lediglich 0,077 Prozent der Fläche, was 0,77 Promille entspricht, ist für Windkraft-Beschleunigungsflächen ausgewiesen, wovon die meisten Flächen weiterhin als Ackerland, Wald oder Wiese genutzt werden können. Diese restriktiven Maßnahmen ergeben sich aus einem sehr niedrig definierten Energiebedarf in Kärnten, der den Ausbau der Windkraft zusätzlich limitiert. Die IG Windkraft fordert daher dringend eine Ausweitung der Windkraftzonen, um die nationalen Energiewende-Ziele zu erreichen.

Ein weiterer Aspekt ist das Vorhaben der EU-Kommission, großflächige Ausschlusszonen für Erneuerbare-Energien-Anlagen zu verbieten, es sei denn, es handelt sich um besonders schutzwürdige Gebiete. Derzeit ist in Kärnten das Repowering bestehender Windkraftanlagen auf eine Erhöhung von maximal 30 Prozent begrenzt, was die Entwicklung in der Region weiter hemmt. Diese Einschränkungen stehen im Kontrast zu den Zielen der österreichischen Bundesregierung, die eine aktive Rolle in der Energiewende anstrebt. bmwet.gv.at betont, dass der Ausbau erneuerbarer Energieträger und die Verbesserung der Energieeffizienz zentrale Elemente der Energiepolitik sind.

Die Situation in Oberösterreich

In Oberösterreich plant die Landesregierung neutrale Zonen zwischen Beschleunigungs- und Ausschlusszonen, Details zu Größe und Lage dieser Zonen sind jedoch noch nicht veröffentlicht. Das Ziel der Region ist es, bis 2030 zusätzlich 1.000 GWh Windstrom zu generieren. Dennoch wird ein Defizit von 480 GWh prognostiziert, was die ambitionierten Pläne erheblich in Frage stellt. Auch hier bleibt der südliche Teil des Bundeslandes von der Windkraftnutzung ausgeschlossen, was die Notwendigkeit einer Verdreifachung der Flächenausweisung zur Versorgung der Industrie mit günstigem Strom unterstreicht.

Die Energiewende in Österreich ist entscheidend für eine Zukunft in Wohlstand, Sicherheit und Frieden, die auf einer stabilen, erneuerbaren Energieversorgung basiert. Der jährliche Bericht ‚Energie in Österreich‘ bietet umfassende Daten zur Energieaufbringung und zum Energieverbrauch, welche die strategischen Überlegungen zum Energiesystem der Regierung unterstützen. Diese Daten sind unverzichtbar, um transparente und konsistente Entscheidungen in der Energiepolitik zu treffen.

Insgesamt zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass sowohl Kärnten als auch Oberösterreich in der Windkraftnutzung vor erheblichen Herausforderungen stehen. Um die gesteckten Energiewende-Ziele zu erreichen, müssen sowohl die politischen Rahmenbedingungen als auch die Flächenausweisungen überdacht und angepasst werden.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Rahmenbedingungen für die Windkraftnutzung in Kärnten und Oberösterreich dringender Reformen bedürfen, um die Energiewende in Österreich voranzutreiben. oekonews.at und orf.at berichten von den erforderlichen Maßnahmen und beleuchten die aktuelle Lage in den beiden Bundesländern.