Im Berliner Zoo wird heute ein ganz besonders Ereignis gefeiert: Die Gorilla-Dame Fatou begeht ihren 69. Geburtstag. Damit zählt sie zu den ältesten Gorillas weltweit, eine Tatsache, die ihre Tierpfleger und die Zoo-Besucher gleichermaßen bewundern. Fatou erhielt zu diesem Anlass nicht nur einen festlichen Bambusstrauß, sondern auch einen liebevoll gefüllten Korb mit Leckereien, darunter frischer Salat und Gemüse. Die Feierlichkeiten betonen die außergewöhnliche Lebenserwartung von Gorillas, die in der natürlichen Umgebung meist zwischen 35 und 45 Jahren alt werden, wie vienna.at berichtet.

Die Tierpflegerin Christian Aust hegt großen Respekt für Fatous Lebensleistung und erwähnt, dass 69 Jahre für einen Gorilla wirklich bemerkenswert sind. Fatou selbst ist ein sanftmütiges Geschöpf, was auch Kuratorin Jennifer Hahn bekräftigt. Mit zunehmendem Alter ist sie in ihrem Wesen jedoch ruhiger und gemütlicher geworden. Ihre Gesundheit wird genauestens überwacht; Fatou leidet an Arthrose und hat Schwierigkeiten, ihre Gelenke vollständig zu strecken.

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Fatous besondere Lebensumstände

Im Zoo lebt Fatou in einer eigenen Anlage, getrennt von der Gorilla-Gruppe. Diese Entscheidung wurde getroffen, um ihrer speziellen gesundheitlichen Situation Rechnung zu tragen. Auch ihr Speiseplan hat sich geändert: Obst ist aufgrund des hohen Zuckergehalts nicht mehr erlaubt, und viele Komponenten ihrer Nahrung werden gekocht, da Fatou kaum mehr Zähne besitzt. Trotz dieser Einschränkungen frisst sie gut und zeigt dabei ein genussvolles, langsames Lebensstil, der ihre aktuelle Situation widerspiegelt.

Obwohl Fatou nicht mehr so aktiv klettert wie in jungen Jahren, zeigt sie gelegentlich noch ihre Kletterkünste. Gorillas, wie Fatou, sind die schwerste und größte Menschenaffenart und stehen in freier Wildbahn als vom Aussterben bedroht. Die Hauptursachen hierfür sind Lebensraumzerstörung, Abholzung, Bergbau und illegale Jagd, die ihre Population massiv gefährden.

Gorillas in der menschlichen Geschichte

Die Geschichte der Gorillas ist eine faszinierende Reise durch die Zeit und das Wissen der Menschheit. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus berichtete der karthagische Seefahrer Hanno von „wilden Frauen“, deren Felle als Γοριλλαι Gorillai bezeichnet wurden. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte die westliche Welt schließlich die Gorillas und benannte sie wissenschaftlich als Troglodytes gorilla, wie Wikipedia erläutert. Der US-amerikanische Missionar Thomas Staughton Savage und der Naturwissenschaftler Jeffries Wyman waren die Ersten, die Gorillas als neue Art beschrieben.

Das Interesse an Gorillas wuchs im Laufe der Jahre, getragen von Abenteurern und Forschern, darunter auch Paul Belloni Du Chaillu, der die Neugier der europäischen und amerikanischen Öffentlichkeit anregte. Doch die Lebensweise und das Sozialverhalten dieser Tiere blieben lange Zeit im Dunkeln, bis bedeutende Studien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begannen, vergleichende Kenntnisse über die Gorillas zu sammeln.

Heute feiert Fatou als lebende Legende nicht nur ihren Geburtstag, sondern repräsentiert auch die wertvolle Beziehung zwischen Mensch und Tier, die durch respektvolle Pflege und Forschung erhalten bleibt. Inmitten von Herausforderungen und Gefahren leben sie und ihre Artgenossen in Zoos wie dem Berliner Zoo, als Botschafter ihrer Art und Zeugen der Geschichte.