Österreich

Josef Lang: Vom Kaffeehausbesitzer zum angesehenen Scharfrichter – Eine ungewöhnliche Karriere in Wien.

Die düstere Karriere von Josef Lang: Vom Kaffeehausbesitzer zum angesehenen Scharfrichter Österreich-Ungarns.

Josef Lang, geboren am 11. März 1855 in Simmering bei Wien, führte ursprünglich ein Kaffeehaus, bevor er im Jahr 1900 zum Scharfrichter von Wien ernannt wurde. Dieser ungewöhnliche Karrieresprung brachte ihm Anerkennung und Ansehen ein, obwohl Scharfrichter traditionell gemieden und als Außenseiter betrachtet wurden. Lang, auch bekannt als Pepi, war ein großer, athletischer Mann, der in seiner Nachbarschaft für seine Festlieder und seine Teilnahme an Feiern bekannt war. Neben seiner Tätigkeit als Kaffeesieder war er auch als Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr tätig.

Als der damalige Henker von Wien 1899 verstarb, wurde ein Nachfolger gesucht. Unter 18 Bewerbern überzeugte keiner die Behörden, bis Josef Lang gefragt wurde. Er gab sein Kaffeehaus auf und trat am 27. Februar 1900 sein Amt als Scharfrichter an. Lang vollstreckte insgesamt 39 Todesurteile und war nicht nur für Wien, sondern auch für andere Regionen des damaligen Österreichs zuständig. Unter den Verurteilten waren hauptsächlich Mörder, doch während des Ersten Weltkriegs richtete er auch Personen wegen Hochverrats hin.

Der bekannteste Fall, den Lang hinrichtete, war der ehemalige Reichsratsabgeordnete Cesare Battisti, der auf Seiten von Italien gegen Österreich-Ungarn gekämpft hatte. Die Hinrichtung Battistis wurde fotografisch festgehalten und sorgte für unterschiedliche Reaktionen in den beiden Ländern. Lang war stolz auf sein Amt und betrachtete sich als Arm der Gerechtigkeit, der im Sinne der Gesellschaft handelte. Sein Verhalten während der Hinrichtungen war geprägt von Effizienz und dem Bemühen, Delinquenten nicht unnötig zu quälen.

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