Am 25. Jänner 2026 wurde Josef Grünwidl feierlich zum neuen Erzbischof von Wien geweiht. Bei dieser Bischofsweihe wurde die Präsenz zahlreicher hochrangiger Vertreter aus Kirche und Gesellschaft deutlich. Anwesend waren unter anderem der Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Auch die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, sowie Minister Claudia Bauer und Gerhard Karner waren Teil der Zeremonie. Diese Vielfalt an Anwesenden zeigt die gesellschaftliche Relevanz des Ereignisses in Österreich.

Ein bedeutender Teil der Feier war die große ökumenische Vertretung, zu der alle amtierenden Bischöfe und Weihbischöfe Österreichs, einschließlich des Apostolischen Nuntius Pedro Lopez Qintana, gehörten. Auch internationale Gäste wie der Passauer Bischof Stefan Oster sowie Bischöfe aus den Partnerdiözesen der Erzdiözese Wien waren anwesend. Dazu zählen Gustavo Adolfo Rosales aus Ecuador, John Mbinda aus Kenia und Dave Dean Capucao von den Philippinen.

Ökumenische Einigkeit und interreligiöser Dialog

Die Feier war zudem durch eine starke ökumenische Vertretung geprägt. Dies zeigt sich bei der Anwesenheit von Bischöfen aus unierten Kirchen, wie Großerzbischof Claudiu-Lucian Pop von der rumänisch-katholischen Kirche und Großerzbischof Fülöp Kocsis von der ungarisch-katholischen Kirche. Auch orthodoxe und evangelische Vertreter wie Metropolit Jonas Jozef Maxim und Bischöfin Cornelia Richter kamen, um ihre Unterstützung zu zeigen. Die Feierlichkeit verdeutlicht den Stellenwert des interreligiösen Dialogs, der auch von Papst Leo XIV. als essenziell für die Förderung der Einheit in der Glaubensgemeinschaft gewürdigt wird. In seiner Ansprache im Mai 2025 betonte Leo XIV. die Notwendigkeit, gemeinsam für Frieden und den theologischen Austausch einzutreten, unter dem Motto „In Illo uno unum“, das die Einheit in Christus hervorhebt.

Die Feierlichkeiten wurden auch von Vertretern weiterer Glaubensgemeinschaften begleitet. Die islamische Glaubensgemeinschaft war durch Ümit Vural vertreten, während der Präsident der Buddhistischen Glaubensgemeinschaft, Gerhard Weissgrab, ebenfalls anwesend war. Diese Diversität zeugt von der weitreichenden Bedeutung des Dialogs zwischen den Religionen und der gemeinsamen Verantwortung für den Frieden, wie vom Papst gefordert.

Initiativen für interreligiösen Dialog

Ein Beispiel für den interreligiösen Dialog in Deutschland ist das Projekt „Was glaubst denn du?“, das durch eine Zusammenarbeit der Erzdiözesen Freiburg und Köln sowie der Muslimischen Akademie Heidelberg und dem Jugendzentrum der Israelischen Kultusgemeinde Nürnberg ins Leben gerufen wurde. Ziel des Projekts ist es, den gesellschaftlichen Diskurs über Glauben und religiöse Vielfalt proaktiv zu gestalten. Dieses Projekt fördert nicht nur den interreligiösen Dialog, sondern vermittelt auch Einblicke in die Lebensrealitäten gläubiger Menschen.

Die Bischofsweihe von Josef Grünwidl steht nicht nur symbolisch für die katholische Kirche in Österreich, sondern auch für die Möglichkeiten und Chancen, die ein lebendiger interreligiöser Dialog bietet. In diesem Kontext ist es wichtig, dass die Bemühungen um Einheit und Verständnis weiter vorangetrieben werden, sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene.

Weitere Informationen zu den Ereignissen sowie den aktuellen Entwicklungen im interreligiösen Dialog und der Ökumene finden Sie auf den folgenden Webseiten: exxpress, vaticannews und ebfr.