Eine neue Studie zeigt alarmierende Zahlen zum Alkoholkonsum in Österreich. Laut einer Untersuchung von Marina Zeldovich und Experten der Sigmund Freud Universität Wien haben 21% der Teilnehmer ein positives Screening-Ergebnis für Alkoholmissbrauch erzielt. Die Ergebnisse sind im „Journal of Affective Disorders“ veröffentlicht worden und beruhen auf Daten von 2.007 Personen, die zu etwa gleichen Teilen aus Frauen und Männern bestehen, mit einem Durchschnittsalter von 48,2 Jahren. Diese Teilnehmer waren zuvor in eine Studie über psychische Gesundheit und Smartphone-Nutzung involviert und berichteten über ihren Alkoholgebrauch sowie über depressive Symptome, Angstzustände und Schlafstörungen.

Die weltweite Organisation WHO gibt an, dass etwa 12% der Österreicher von Alkoholmissbrauch betroffen sind, während 5,8% alkoholabhängig sind. Die Studie liefert eine wichtige Einsicht: Viele Menschen in Österreich nutzen Alkohol als eine maladaptive Form der Affektregulation, um mit emotionalen Belastungen umzugehen. Psychiater Michael Musalek unterstreicht, dass die Mehrheit der Österreicher Alkohol konsumiert, um von seinen psychoaktiven Effekten zu profitieren, anstatt wegen des Geschmacks. Dies kann in einem Teufelskreis enden, da Alkohol in hohen Dosen selbst depressionsfördernd wirken kann.

Zusammenhang zwischen Alkohol und psychischer Gesundheit

Die Analyse zeigt einen starken Zusammenhang zwischen Alkoholmissbrauch und der Häufigkeit depressiver Symptome sowie Angstzuständen. Mit zunehmendem Alter verringert sich zwar dieser Zusammenhang, doch bleibt er bei jüngeren Erwachsenen bestehen. Die Erkenntnisse verdeutlichen, dass Depressionen und Angststörungen zentrale Knotenpunkte in der Verbindung zwischen psychischer Gesundheit und Alkoholmissbrauch darstellen. Diese Ergebnisse sind nicht nur von individueller Bedeutung, sondern spiegeln einen stabilen Trend auf Bevölkerungsebene wider.

Die gesundheitlichen und sozioökonomischen Folgen des schädlichen Alkoholkonsums sind erheblich. Laut dem Robert Koch-Institut sind Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit mitverantwortlich für mehr als 200 Krankheiten und zählen zu den fünf bedeutendsten Risikofaktoren für Krankheiten und Todesfälle weltweit. Die negativen Auswirkungen umfassen nicht nur direkte Kosten für das Gesundheitssystem, sondern auch Produktivitätsverluste und immaterielle Kosten wie den Verlust an Lebensqualität.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse dieser aktuellen Studien sollten nicht ignoriert werden. Sie verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf im Umgang mit Alkoholmissbrauch und seinen psychischen Folgen. Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung, Wege zu finden, wie man effektiv mit den Ursachen des Alkoholmissbrauchs umgehen kann, um die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern und die Lebensqualität zu verbessern.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind auf den Seiten von 5min.at, Headtopics und RKI verfügbar.