Der italienische Politiker und Gründer der Lega, Umberto Bossi, ist am 19. März 2026 im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Varese verstorben. Sein Gesundheitszustand hatte sich am Vortag dramatisch verschlechtert, was schließlich zu seinem Tod führte. Bossi war bis zu seinem Tod Mitglied des italienischen Senats und hinterlässt ein komplexes politisches Erbe.

Bossi, geboren am 19. September 1941 in Cassano Magnago, Provinz Varese, begann seine politische Laufbahn bereits in den 1970er Jahren in linken Organisationen. In den 1980er Jahren wandte er sich jedoch autonomistischen und föderalistischen Ideen zu, was zur Gründung der Lega Lombarda führte, die später zur Lega Nord umbenannt wurde. Sein politischer Aufstieg nahm 1987 Fahrt auf, als er als Senator ins römische Parlament gewählt wurde und den Beinamen „Senatur“ erhielt.

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Ein Symbol des Protests

Bossi wurde rasch zum Symbol des Protests der Norditaliener gegen die zentralistische Politik Roms. Er forderte die Teilung Italiens in drei Staaten und plante die Gründung einer „Republik Padanien“. Dieses separatistische Vorhaben sorgte für erhebliches Aufsehen, auch wenn es nie in die Tat umgesetzt werden konnte. 1992 erlebte die Lega Nord ihren Durchbruch bei den Parlamentswahlen und konnte 80 Sitze in den beiden Parlamentskammern erobern. In der Folge wurde er 1994 Juniorpartner im ersten Kabinett von Silvio Berlusconi.

Bossis Karriere war jedoch nicht ohne Rückschläge, insbesondere nach einem Hirnschlag im Jahr 2004, der zu einer teilweisen Lähmung führte. Trotz gesundheitlicher Herausforderungen setzte er seine politische Laufbahn fort und wurde 2011 aufgrund eines Skandals um veruntreute Parteigelder, für den er später auch verurteilt wurde, von der Parteiführung abgelöst.

Politische Transformation und Vermächtnis

Nach seiner Ablösung übernahm Matteo Salvini 2013 die Führung der Lega und transformierte die Partei in eine landesweit agierende Kraft. Dies stellte Bossi vor Herausforderungen, da er Salvinis Bestrebungen, die Lega in eine nationale Rechtspartei umzuwandeln, kritisch betrachtete. Trotzdem wurde Bossi bei den Parlamentswahlen 2022 erneut zum Senator gewählt, konnte jedoch aufgrund seines Gesundheitszustands nur an wenigen Sitzungen teilnehmen.

Sein Tod hat Bestürzung ausgelöst; Politiker aus verschiedenen politischen Lagern, darunter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Lega-Chef Matteo Salvini, äußerten ihr Beileid und würdigten ihn als prägende Figur des politischen Wandels in Italien. Weggefährten wie Antonio Tajani und Luca Zaia heben Bossis Bedeutung für die italienische Politik hervor.

Bossi bleibt eine umstrittene, aber unbestreitbar einflussreiche Persönlichkeit in der Geschichte der italienischen Politik, dessen Vermächtnis im politischen Diskurs noch lange nach seinem Tod nachhallen wird.

Vienna.at berichtet über die Hintergründe seines Lebens.

Die Presse behandelt souverän seinen politischen Aufstieg und die Skandale.

20 Minuten legt dar, wie sich seine Karriere über die Jahre entwickelte.