Am 11. März 2026 hat das israelische Militär eine neue Welle von Luftangriffen auf das Stadtzentrum von Beirut, Libanon, gestartet, wobei mindestens vier Menschen ums Leben kamen und mehrere weitere verletzt wurden. Die libanesischen Medien berichteten von erheblichen Zerstörungen, darunter das Ausmaß der Schäden an einem Wohngebäude, wo mehrere Stockwerke eingestürzt sind. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete vier Verletzte in Verbindung mit diesen Angriffen, die Teil einer umfassenden militärischen Operation Israels gegen die Hisbollah und andere Ziele im Libanon und Iran waren. Vienna.at berichtet, dass die Angriffe gleichzeitig in verschiedenen Teilen des Libanons sowie in iranischen Gebieten stattfanden.

Die Angriffe richteten sich insbesondere gegen Kommandozentren der Hisbollah und Waffenlager im Vorort Dahija, während auch im Süden und in der östlichen Bekaa-Ebene Angriffe stattfanden. In der Bekaa-Ebene wurden mindestens sieben Tote und 18 Verletzte gemeldet. Die Hisbollah bestätigte, dass sie mit Raketen auf israelische Truppen im südlichen Libanon reagiert habe. In einem strategischen Schritt verlegte Israel Truppen aus dem Gazastreifen an die Grenze zum Libanon, wobei Generalstabschef Eyal Zamir die Verstärkung des Nordkommandos anordnete. Die Golani-Brigade wird vom Süden in den Norden des Landes verlegt.

Sorge um eine größere Offensive

Die derzeitige militärische Eskalation hat im Libanon Besorgnis über eine mögliche größere Bodenoffensive Israels hervorgerufen. Die Hisbollah hatte erst vor einer Woche ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen, die ersten seit der Waffenruhe im November 2024. Trotz dieser Vereinbarung hatte Israel weiterhin gezielte Angriffe auf Hisbollah-Ziele verfolgt. Die libanesische Katastrophenschutzbehörde meldete seit dem 2. März insgesamt 634 Todesopfer durch israelische Angriffe. Während die libanesische Regierung in einem ständigen Konflikt mit der Hisbollah steht, wehren sich die militant-proiranischen Gruppen gegen jegliche Entwaffnungsversuche.DW beschreibt die Situation als Teil der komplexen Dynamik, die durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran verstärkt wird.

In der gesamten Region kommt es zu einem Anstieg der Gewalt, die Auswirkungen auf die politische Stabilität in mehreren Ländern hat. Nach dem Tod des iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei kam es in Bagdad zu Protesten, die von irakischen, Teheran-nahestehenden Milizen mobilisiert wurden. Diese Gruppen haben US-Stützpunkte und Flughäfen im Irak angegriffen, was zu einer weiteren Eskalation der Spannungen führt. Gleichzeitig zieht die libanesische Armee in Erwägung, militärische Aktivitäten der Hisbollah zu untersagen, nachdem diese israelische Ziele angegriffen hat.

Verdrängung und gesellschaftliche Spannungen im Libanon

Der Konflikt hat humanitäre Folgen für die Zivilbevölkerung im Libanon, wo Hunderttausende Menschen vertrieben wurden und viele Schutz in Beirut suchen. Human Rights Watch warnt vor möglichen Zwangsvertreibungen, während die gesellschaftlichen Spannungen zwischen den Anhängern der Hisbollah und der allgemeinen Bevölkerung zunehmen. In dieser angespannten Situation wird auch über eine mögliche Verschiebung der Parlamentswahl im Libanon nachgedacht.