In der Nacht auf Samstag startete der Iran eine weitere Angriffswelle mit ballistischen Raketen auf Israel. Laut iranischen Staatsmedien geschah dies kurz nach Mitternacht Ortszeit. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom berichtete, dass bei den Raketenangriffen nach ersten Erkenntnissen niemand verletzt wurde. Die israelische Polizei erhielt Hinweise auf Trümmerteile, die im Süden Israels gelandet seien. Die israelische Armee entdeckte mehrere aus dem Iran abgeschossene Raketen und aktivierte die Luftabwehr; in mehreren Gegenden ertönte Luftalarm. Knapp eine halbe Stunde später wurde der Alarm wieder aufgehoben, und die Menschen konnten die Schutzräume verlassen. Diese Angriffe sind Teil einer Eskalation, die seit dem 28. Februar anhält, als die USA und Israel Luftangriffe gegen den Iran begonnen haben.
Diese Neuigkeiten stehen im Kontext einer vermehrten Aggressivität des Iran in der Region. Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatte vor zwei Tagen die USA und Israel gewarnt, dass jeder Angriff auf iranische Inseln im Persischen Golf eine brutale Reaktion nach sich ziehen könnte. Ghalibaf drohte, den persischen Golf mit dem Blut „der Invasoren“ zu tränken, was die Spannungen weiter anheizt.
Angriffe auf Energieinfrastruktur
Nicht nur Israel sieht sich Bedrohungen aus dem Iran gegenüber. Die iranischen Angriffe richten sich zunehmend gegen die Energieinfrastruktur in der gesamten Golfregion. Laut Artikel von Tagesschau setzt der Iran seine Angriffe auf Treibstofflager, Schiffe und Ölfelder fort. In Bahrain etwa wurden Treibstofflager nahe des internationalen Flughafens attackiert, was zu einer Rauchsäule über dem Flughafen Manama führte. Auch im Irak wurden zwei Öltanker angegriffen, wobei mindestens ein Besatzungsmitglied sein Leben verlor. Die Angriffe haben zu einer Schließung der Ölterminals im Irak geführt und zusätzliche Sicherheitsbedenken aufgeworfen.
Darüber hinaus wurden in Saudi-Arabien mehrere Drohnen abgefangen, die auf das Ölfeld Shaybah zusteuerten, und in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden Attacken gemeldet. Eine Drohne stürzte in Dubai auf ein Wohngebäude, glücklicherweise ohne Verletzte zu verursachen. Im Oman trafen Drohnen Treibstofftanks im Hafen von Salalah, wobei die iranische Militärführung eine Verantwortung zurückwies.
Globale Auswirkungen und Energiepreise
Die andauernden Konflikte im Nahen Osten haben erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Energieversorgung. Laut DW sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen. Der Brent-Rohölpreis ist um rund 7% auf über 80 USD pro Barrel gestiegen, während die Gaspreise in Europa am Montag um mehr als 50% zulegten. Die Straße von Hormus, durch die 20% der weltweiten Ölversorgung transportiert wird, ist aufgrund der Bedrohungen nahezu gesperrt, was zu einem Rückgang des Tankerverkehrs führte.
Analysten befürchten, dass die anhaltenden Unterbrechungen des Schiffsverkehrs, insbesondere in der Straße von Hormus, langfristige Auswirkungen auf die Energiepreise und die Inflation haben werden. Insbesondere Asien ist stark betroffen, da 84% des Rohöls und 83% des LNG, das durch die Straße von Hormus transportiert wird, in asiatische Märkte geht. Infolgedessen kam es zu einem Anstieg der Inflationserwartungen, insbesondere in der Eurozone.