Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten werfen einen Schatten auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada stattfinden soll. Insbesondere der Iran ist von der anhaltenden militärischen Auseinandersetzung mit den USA und Israel stark betroffen. Der iranische Sportminister, Ahmad Donjamali, hat ernsthafte Bedenken geäußert und stellt die Teilnahme des Landes an der WM infrage. Dies berichtet die Kleine Zeitung.

Iran trifft in der Gruppenphase auf Belgien, Neuseeland und Ägypten, wobei alle Spiele in den USA, konkret in Los Angeles und Seattle, ausgetragen werden sollen. Die gegenwärtige Kriegsführung hat jedoch dazu geführt, dass der iranische Verbandschef, Mehdi Tadsch, bereits ein Einreisevisum für die Auslosung im Dezember verweigert wurde. Donjamali berichtet von zwei Kriegen, die dem Iran innerhalb von acht oder neun Monaten aufgezwungen wurden, und von mehreren Tausend Getöteten. Trotz dieser Aussagen bleibt unklar, ob die Entscheidung des Ministers endgültig ist und ob der Iran tatsächlich von der WM zurücktritt.

Internationale Reaktionen und Sicherheitslage

US-Präsident Donald Trump hat sich ebenfalls zu der Thematik geäußert und riet der iranischen Nationalmannschaft aus Sicherheitsgründen, ihre WM-Teilnahme zu überdenken. FIFA-Präsident Gianni Infantino teilte nach einem Treffen mit Trump jedoch mit, dass er die Zusicherung erhalten habe, dass die iranische Nationalmannschaft trotz der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen antreten darf. Dennoch wären die Folgen eines Rückzugs des Iran von der WM gravierend. Ein solcher Rückzug wäre ein Novum in der modernen Fußball-Ära, da der letzte Rücktritt eines Landes im Jahr 1950 stattfand.

Der Iran-Krieg hat nicht nur den Fußball, sondern auch andere Sportarten erheblich beeinträchtigt. Viele Wettkämpfe wurden abgesagt oder stehen auf der Kippe, wie etwa das hochdotierte Reitturnier in Katar und die Basketball-Euroleague-Spiele. Im Iran selbst steht der Sport aufgrund der Angriffe durch die USA und Israel weitgehend still. Diese Situation führt dazu, dass Sportler flüchten oder stranden. Die Ungewissheit über die WM-Planungen wird durch Luftraumsperrungen und Visa-Probleme weiter verschärft, insbesondere für die Nachrückeroption Irak, informiert der Tagesspiegel.

Der Schatten des Krieges auf Sportevents

Die Sicherheitslage wird auch als potenzielles Hindernis für andere Sportereignisse angesehen. Der Formel-1-Kalender sieht für Mitte April die Grand Prix in Bahrain und Saudi-Arabien vor, deren Durchführung derzeit jedoch ungewiss ist. Beobachter befürchten, dass die WM im kommenden Sommer unter einem bedeutenden Schatten stehen wird, wenn der Krieg weiterhin tobt. Laut den Regularien der FIFA könnte ein freiwilliger Rückzug des Iran vor der WM zu finanziellen Strafen führen und das Risiko eines Ausschlusses von der WM 2030 erhöhen. Die ZDF heute erklärt, dass bereits mehrere iranische Sportlerinnen Asyl in Australien erhalten haben, was die Auswirkungen des Konflikts auf die Sportwelt unterstreicht.

In der breiten Öffentlichkeit wird die Teilnahme des Iran an der WM zunehmend als politisch und gesellschaftlich aufgeladen angesehen. Die Unsicherheiten rund um die Sicherheit könnten auch andere Sportevents beeinflussen, insbesondere in den Golfstaaten, die viel Geld investiert haben, um ihr Image als Zentrum des globalen Sports zu stärken. Absagen und Unsicherheiten schädigen dieses Image und zeigen die Auswirkungen, die Konflikte auf die Welt des Sports haben können.