Am Montag, den 16. März 2026, fand im Goldenen Musikvereinssaal ein besonderes Vorereignis statt, das blinden und sehbehinderten Menschen eine exklusive Teilhabe am Musikgenuss ermöglichte. Die Generalprobe des Jeunesse-Orchesterkonzerts, bei dem unter anderem Werke von Mozart, Weber, Henze und Strauss präsentiert wurden, wurde von der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) im Rahmen der Reihe ‚MUK.mittendrin‘ organisiert. Blinde und sehbehinderte Musikhörer konnten dabei „mittendrin“ sitzen und hautnah erleben, was die talentierten studentischen Musiker zu bieten hatten.
Das Projekt, das im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ) ins Leben gerufen wurde, zeigt das Engagement der MUK für Inklusion in der Kultur. Dekan Arno Steinwider und KS Clemens Unterreiner stehen hinter diesem Vorhaben, welches neue Formen des Hörens, Fühlens und Verstehens fördert.
Inklusive Musikvermittlung
Das MUK.sinfonieorchester unter der Leitung von Andreas Stoehr stellte ein vielversprechendes Programm auf die Beine. Das Konzert, das Teil des Musikvermittlungsprogramms des Master of Arts Education (MAE) an der MUK ist, wird am 7. April 2026 vom Kultursender Radio übertragen. Wiebke Rademacher, Studiengangsleiterin MAE, betont die Wichtigkeit von Begegnungsräumen für Menschen unterschiedlicher Hintergründe. Markus Wolf, Präsident des BSVÖ, lobt das Projekt als ein greifbares Beispiel für gelebte Inklusion in der Kultur.
Die Generalprobe selbst begann um 8:45 Uhr und dauerte bis voraussichtlich 11:15 Uhr. Teilnehmer wurden persönlich begleitet und hatten die Möglichkeit, mit Musikern, Tänzern und Kulturvermittlern wie Simeon Ohlsen in Kontakt zu treten. Die kostenlose Teilnahme erforderte eine Anmeldung, da die Zahl der Plätze begrenzt war. Vor der Generalprobe fand ein Vorbereitungstermin via Zoom statt, bei dem der Ablauf des Vormittags, die Wegeführung im Musikverein sowie musikalische Hintergründe besprochen wurden.
Überwindung von Barrieren
Das Projekt der MUK.mittendrin steht im Kontext einer breiteren Diskussion um Inklusion in der Kultur, wie sie auch in den Teilhabeempfehlungen des Deutschen Kulturrats und des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen behandelt wird. Diese Empfehlungen wurden am 02. Dezember 2024 der Bundesregierung überreicht und erfordern unter anderem einen barrierefreien Zugang zu Kultureinrichtungen sowie eine stärkere Berücksichtigung von Inklusion bei der Programmplanung.
In den letzten Jahren haben sich viele Kultureinrichtungen mit der Frage beschäftigt, wie Menschen mit Behinderungen besser in Kultur- und Kunstprojekte eingebunden werden können. Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, hebt hervor, dass eine inklusive Kulturlandschaft entscheidend für die Demokratie ist. Auch die MUK setzt sich aktiv für diese Zielsetzungen ein, indem sie mit ihrem inklusiven Format das Angebot für alle Bürger erweitert und Barrieren im Zugang zur Musik abbaut.
Das Engagement der MUK für Inklusion wird somit nicht nur von den hauptverantwortlichen Akteuren, sondern auch von der breiten Kulturöffentlichkeit geschätzt und positiv aufgenommen. Es zeigt, dass Kunst und Kultur für alle zugänglich sein sollten, unabhängig von körperlichen Beeinträchtigungen.
Für weitere Informationen zu diesem Thema und geplanten Veranstaltungen besuchen Sie die Websites der MUK presse.wien.gv.at, des BSVÖ blindenverband.at sowie des Deutschen Kulturrats kulturrat.de.



