Die österreichische Schuhmarke Humanic wird bald in neue Hände übergeben. Die Mass Gruppe sowie der Finanzinvestor Advance Capital Partners haben die Übernahme der Muttergesellschaft Leder & Schuh AG, die im Jahr 1872 in Graz gegründet wurde, verkündet. Diese Transaktion ist bedeutend für die Schuhbranche, da Leder & Schuh zu den ältesten Schuhhändlern Europas zählt und insgesamt 210 Filialen in neun Ländern betreibt. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von über 300 Millionen Euro, wie kleinezeitung.at meldet.
Die Verträge für die Übernahme sind bereits unterzeichnet, doch die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus. Der Abschluss der Transaktion wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 erwartet. Ein konkreter Kaufpreis wurde bislang nicht bekannt gegeben. Laut 5min.at wird Humanic nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Graz weitergeführt.
Wachstumspläne der neuen Eigentümer
Die Mass Gruppe, die 1990 in Slowenien gegründet wurde und seit 2024 auch in Österreich aktiv ist, plant eine aggressive Expansion. Aktuell betreibt Mass 79 Filialen in Slowenien, Kroatien und Österreich und erwägt, in den nächsten fünf Jahren etwa 60 neue Geschäfte in Europa zu eröffnen. Sašo Apostolovski, CEO und Gründer von Mass, sieht diese Übernahme als strategische Ergänzung und einen Beschleuniger für die Wachstumsstrategie seiner Gruppe, die bis 2029 einen Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro anstrebt.
Die neue Eigentümergruppe wird nach der Integration insgesamt über 290 stationäre und 10 Online-Filialen verfügen sowie mehr als 2.300 Beschäftigte beschäftigen. Ein wesentlicher Aspekt der Unternehmensstrategie besteht darin, bestehende Bankdarlehen der Leder & Schuh AG zu refinanzieren, um langfristige finanzielle Stabilität zu gewährleisten.
Marktsituation im Schuhhandel
<pDer Schuhhandel in Deutschland zeigt sich trotz Herausforderungen in den letzten Jahren, wie den Auswirkungen der Corona-Pandemie, wieder erholt. 2024 wird ein Umsatz von über 6,5 Milliarden Euro prognostiziert. Jedoch bleibt der Markt unter den Vor-Pandemie-Niveaus. Die Anzahl der Unternehmen und Beschäftigten im Schuhhandel ist seit Jahren rückläufig, und die größten Anbieter sind zunehmend durch Onlinehändler unter Druck. Wichtige Importländer für den deutschen Markt sind China und Vietnam, während die heimische Schuhindustrie nur einen Teil der Nachfrage deckt, wie statista.com erläutert.
In diesem Kontext wird die Übernahme von Humanic durch Mass und Advance Capital Partners als ein Schritt in die richtige Richtung wahrgenommen, um im immer härter umkämpften Schuhmarkt eine stärkere Position zu erlangen. Die bereits erwähnten Pläne für die Eröffnung neuer Filialen könnten dazu beitragen, die Marktanteile in Mittel- und Südosteuropa signifikant zu erhöhen.