In den USA und Australien hat sich ein neuer Trend unter dem Namen „House Burping“ etabliert, der das Stoßlüften populär macht. Laut Kurier öffnet dieser Trend ein großes Fenster (im wahrsten Sinne des Wortes) für frische Luft in die oft geschlossenen Innenräume. Die Methode, die in vielen europäischen Ländern wie Österreich und Deutschland bereits eine gängige Praxis ist, erfordert das vollständige Öffnen von Fenstern, häufig an gegenüberliegenden Seiten eines Hauses für fünf bis zehn Minuten täglich.
Besonders Influencer auf Plattformen wie TikTok entdecken diese alte Methode neu und teilen Anleitungen, um die Vorteile des Lüftens zu betonen. Zu diesen Vorteilen gehören frische Luft, weniger schlechte Gerüche, eine Verbesserung der Luftqualität, die Vorbeugung von Schimmelbildung sowie ein gesünderes Raumklima. Während in den USA Lüften häufig als optional gilt, da Klimaanlagen für den Luftaustausch sorgen, zeigt der Trend „House Burping“ ein wachsendes Interesse an dieser praktikablen Methode viele Amerikaner auf.
Ein viraler Trend auf TikTok
Der virale Trend wurde besonders von TikTok-Nutzer:innen aufmerksam gemacht, die zeigen, wie einfach es ist, frische Luft hereinzulassen. Ein Beispiel ist die Nutzerin @alyssajean23, deren Video zur Praxis des Stoßlüftens fast sieben Millionen Klicks erreicht hat. Sie erklärt, dass es bereits ausreiche, die Fenster zwischen fünf und 15 Minuten zu öffnen, um die Luftqualität erheblich zu verbessern. Diese einfachen Tipps finden mittlerweile Anklang und könnten dazu beitragen, das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Lüftens in den USA zu erhöhen.
Allerdings begegnen europäische Social-Media-Nutzer diesem Trend mit Verwunderung und Amüsement. Es überrascht sie, dass die Amerikaner:innen diese Methode erst jetzt entdecken, obwohl Stoßlüften in Europa, besonders in Deutschland, schon lange bekannt ist. Neben der Belustigung über das neuartige Interesse am Lüften wird auch der passende Begriff kritisch betrachtet. Viele Nutzende finden „House Burping“ unpassend und schlagen vor, es einfach „Frische Luft reinlassen“ zu nennen.
Luftqualität in Innenräumen
Die Wichtigkeit des Lüftens wird nicht nur in sozialen Medien hervorgehoben; Experten bestätigen die Vorteile. Wie auch Watson berichtet, ist die Luft in geschlossenen Räumen oft zwei- bis fünfmal stärker mit Schadstoffen belastet als die Außenluft. Die American Lung Association betont, dass Amerikaner:innen über 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen verbringen, was die Frage nach der Luftqualität und deren Verbesserung besonders drängt.
Die Bundesgesundheitsplattform ergänzt diesen Kontext, indem sie auf verschiedene Schadstoffe in Innenräumen eingeht. Diese können aus chemischen Stoffen, Allergenen und infektiösen Aerosolen bestehen und gelangen häufig durch eine mangelhafte Belüftung in die Raumluft. Eine regelmäßige Praxis des Stoßlüftens könnte nicht nur die Schadstoffbelastung reduzieren, sondern auch das Risiko von Atemwegserkrankungen verringern, die durch schlechte Luftqualität hervorgerufen werden.
Insgesamt zeigt die neu entfachte Diskussion um das Stoßlüften in den USA, wie wichtig es ist, auch in geschlossenen Räumen für frische Luft zu sorgen. Der Trend „House Burping“ könnte langfristig zu einem verbesserten Bewusstsein für Raumluftqualität und gesundheitsfördernde Praktiken führen.