Am 7. Oktober 2025 fand im Wiener Rathaus die feierliche Verleihung des Wiener Journalistinnenpreises und des Wiener Jungjournalistinnenpreises statt. Die begehrte Auszeichnung, die vom Frauennetzwerk Medien in Zusammenarbeit mit dem Frauenservice der Stadt Wien vergeben wird, ehren verdiente Journalistinnen für herausragende Leistungen. In diesem Jahr wurde Eva Linsinger vom ORF mit dem Wiener Journalistinnenpreis 2025 ausgezeichnet, während der Wiener Jungjournalistinnenpreis an Sarah Emminger ging.
Eva Linsinger, die seit 2025 als Sendungsverantwortliche des ORF-Magazins Report fungiert und zuvor das Innenpolitik-Ressort beim renommierten Magazin Profil leitete, beeindruckte die Jury vor allem durch ihre „journalistische Integrität und unerschütterliche Haltung gegenüber politischem und öffentlichem Druck“ berichtet news.at. Sie sei eine prägende Stimme in der politischen Debatte in Österreich und lege großen Wert auf analytische Tiefe und klare Überzeugungen.
Würdigung der Preisträgerinnen
Im Rahmen der Preisverleihung hob Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál die entscheidende Rolle von Journalistinnen in einer von Desinformation und rasanten Veränderungen geprägten Gesellschaft hervor. Stefanie Groiss-Horowitz, die Programmdirektorin des ORF, hielt die Laudatio für Linsinger, während Emminger für ihre Reportagen gewürdigt wurde, die sie unter anderem nach Südosteuropa, Indien und Uganda führten. Ihre Reportagen fokussieren Frauen und gesellschaftliche Realitäten, und sie erhielt den Jungjournalistinnenpreis 2025 für ihr außergewöhnliches journalistisches Potenzial und ihre besondere Erzählweise.
Der Wiener Journalistinnenpreis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, wird für herausragende journalistische Arbeit mit frauenpolitischem Fokus verliehen. Sarah Emminger hingegen bekam den Jungjournalistinnenpreis, der mit 1.000 Euro dotiert ist und ihr Engagement für gesellschaftliche Themen würdigt.
Die Rolle des Journalismus für die Demokratie
Die Bedeutung von unabhängigem Journalismus wird immer wieder betont, insbesondere in Zeiten, in denen die öffentliche Wahrnehmung durch verschiedene Herausforderungen beeinträchtigt wird. Alexandra Maritza Wachter, Innenpolitikjournalistin und ZIB-Moderatorin, sowie Martina Madner, Chefredakteurin des Magazins Businessart, äußerten sich ebenfalls zur Wichtigkeit eines Journalismus, der sich für Gleichberechtigung, Menschenrechte und Demokratie starkmacht. Ihrer Ansicht nach ist es entscheidend, Frauen und ihre Perspektiven im Journalismus stärker zu repräsentieren, um eine vielfältige Öffentlichkeit zu erreichen.
Obwohl der Frauenanteil in Führungspositionen in den deutschen Medien langsam steigt, bleibt Geschlechtergerechtigkeit ein langfristiges Ziel. Laut einer Untersuchung der Gleichstellungsinitiative Pro Quote Medien lag der Frauenanteil in der Leitung von deutschen Leitmedien im Juli 2023 durchschnittlich bei 39,3 Prozent. Der sportliche Aufstieg zu mehr Gleichstellung erfordert fortwährende Anstrengungen, um sicherzustellen, dass weibliche Stimmen auch in hohen Positionen entsprechend vertreten sind berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Die heutige Preisverleihung kann als ein Schritt in die richtige Richtung gewertet werden, um das Bewusstsein für die Bedeutung qualitätsvollen und gerechten Journalismus zu schärfen und die Sichtbarkeit von Frauen in dieser Branche zu erhöhen. Sowohl Eva Linsinger als auch Sarah Emminger sind lebende Beweise für die Kraft des Journalismus, der nicht nur informieren, sondern auch Bewegung und Veränderung in der Gesellschaft bewirken kann.