Am 9. April 2026 sorgte ein Brand in einem Patientenzimmer des Krankenhauses Evangelische Kliniken in Gelsenkirchen für Aufregung. Die Alarmierung erfolgte um 18:51 Uhr über die Brandmeldeanlage (BMA). Glücklicherweise leitete das Krankenhauspersonal umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Entstehungsbrands ein. Dies verzögerte eine potenziell katastrophale Situation und die umsichtigen Handlungen der Mitarbeiter führten dazu, dass die betroffene Station schnell geräumt und die Patienten in sichere Bereiche verbracht werden konnten. Laut fireworld.at dauerte der Einsatz der Feuerwehr etwa 2,5 Stunden, wobei insgesamt 31 Einsatzkräfte von den Feuerwachen Altstadt, Heßler und Buer vor Ort waren.

Die Feuerwehr kontrollierte den verrauchten Bereich und die Brandstelle unter Atemschutz und führte Lüftungsmaßnahmen durch, um die Station von Rauch zu befreien. Leider erlitt eine Pflegefachkraft eine Rauchgasintoxikation und musste zur Behandlung im Krankenhaus bleiben. Der Brandort wurde schließlich der Polizei übergeben, um die Brandursache zu ermitteln.

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Brandgefahren in Kliniken

Die Vorfälle in Gelsenkirchen stehen im Kontext einer alarmierenden Entwicklung. Laut einem neuen Merkblatt der vfdb (Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes), das im September 2023 veröffentlicht wurde, wird die Brandgefahr in Krankenhäusern oft unterschätzt. In den letzten fünf Jahren wurden nahezu 1.000 Brände in Kliniken und sozialen Einrichtungen registriert, mit leider 91 Todesopfern und über 1.500 Verletzten.

Im Jahr 2023 allein gab es bereits 175 Brände, bei denen 23 Menschen starben. Diese Zahlen verdeutlichen, dass das Risiko, bei einem Brand in einer Klinik zu Schaden zu kommen, deutlich höher ist als bei anderen Bränden. Kliniken und Pflegeeinrichtungen beherbergen viele bewegungsunfähige Patienten, die auf Hilfe angewiesen sind, was das Personal oft in Überforderungssituationen bringt, besonders in der Nacht oder am Wochenende.

Verbesserung durch anlagentechnischen Brandschutz

Das Merkblatt bietet umfassende Hinweise zum Brandschutz in diesen Einrichtungen und betont die Wichtigkeit eines individuellen Brandschutzkonzeptes. Schlüsselelemente des anlagentechnischen Brandschutzes, wie Meldetechnik, Entrauchungsanlagen und Löschanlagen, können entscheidend dazu beitragen, wertvolle Minuten für eine Evakuierung zu gewinnen. Bestehende Einrichtungen können nachgerüstet werden, während Neubauten den Brandschutz von Beginn an berücksichtigen sollten.

Die vfdb ist auch an Forschungsprojekten zu Smart-Klinik-Lösungen beteiligt, die eine schnellere Branddetektion ermöglichen sollen. Digitale Vernetzung wird dabei zunehmend als lebensrettender Faktor hervorgehoben. Das Merkblatt enthält Beispiele, die wesentliche Komponenten des Brandschutzes skizzieren und Vorteile der digitalen Planung mit Building Information Modeling (BIM) aufzeigen.