Am 20. Februar 2026 kam es in Argentinien zu einem massiven Generalstreik, der vom größten Gewerkschaftsbündnis, der CGT, ausgerufen wurde. Der 24-stündige Streik begann um Mitternacht und richtete sich gegen die umstrittene Arbeitsmarktreform des Präsidenten Javier Milei, die vor kurzem im Senat beschlossen wurde und nun im Abgeordnetenhaus zur Debatte steht. Kleine Zeitung berichtete, dass Dutzende Flüge gestrichen wurden, Bahnhöfe leer blieben und in Buenos Aires nur wenige Busse fuhren. Die Gewerkschaften berichteten von einer hohen Beteiligung und Jorge Sola, der Gewerkschaftschef, sprach von einem „90 Prozent Stillstand“ im Land.
Der Generalstreik ist eine direkte Reaktion auf die Reform, die eine Erhöhung der täglichen Arbeitszeit von acht auf zwölf Stunden, Einschränkungen des Streikrechts und reduzierte Abfindungen bei Kündigungen vorsieht. Diese Änderungen haben die Arbeitnehmerrechte in Argentinien zur Debatte gestellt und die Gewerkschaften lehnen das Gesamtpaket entschieden ab. Laut Aussagen des Präsidenten soll die Reform jedoch Investitionen anziehen und die formelle Beschäftigung fördern. Die Zeit hebt hervor, dass während der Debatte über die Reform vor dem Kongressgebäude in Buenos Aires zahlreiche Proteste stattfanden, bei denen es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam.
Wirtschaftlicher Hintergrund
Präsident Javier Milei, der sich als „Anarcho-Kapitalist“ bezeichnet, hat in seinem kurzen Amtszeit eine Reihe von radikalen Maßnahmen ergriffen, die zu einem ersten Haushaltsüberschuss seit 14 Jahren führten. Dennoch haben diese Maßnahmen auch negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage des Landes. Über 21.000 Unternehmen mussten schließen und rund 300.000 Menschen verloren seit Mileis Amtsantritt ihre Arbeitsplätze. Argentinien hat mit hohen Schulden und einer Geschichte finanzieller Instabilität zu kämpfen, die 2001 ihren Höhepunkt erreichte, als das Land bankrottging. Kleine Zeitung nennt diese Herausforderungen als Teil des kontinuierlichen Drucks auf die Arbeiter und deren Rechte.
Die von Milei vorgeschlagene Gesetzesänderung umfasst auch eine Lockerung der Einstellungsvorschriften und Änderungen im Urlaubssystem. Dies hat die Gewerkschaften in Alarmbereitschaft versetzt. Auch wenn einige Vorschläge auf Druck der Gewerkschaften bereits modifiziert wurden, bleibt das Gesamtpaket umstritten, was die massiven Proteste und den Generalstreik erklärt. Die Zeit hebt hervor, dass die Gewerkschaften trotz ihrer Macht weiterhin für die Rechte der Arbeiter kämpfen müssen.
Diese Entwicklungen werfen ein Licht auf die soziale Dynamik in Argentinien, die historisch gesehen von Kämpfen um Arbeitnehmerrechte geprägt ist. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat gezeigt, wie wichtig gewerkschaftliche Strukturen für die Wahrung der Rechte der Arbeiter sind. Von der Gründung im 19. Jahrhundert bis zu den aktuellen Herausforderung haben Gewerkschaften eine zentrale Rolle in der Gesellschaft gespielt. Diese Bewegung ist besonders relevant, wenn man die Emotionen und die Energie der derzeitigen Proteste in Argentinien betrachtet. DGB verdeutlicht, wie solche Kämpfe auch in der Vergangenheit stets aktuell waren.