In der Europaschule in Kärnten fand ein bemerkenswertes Projekt statt, das von der Lehrerin Sonja Kap initiiert wurde. Unterstützt von den Klassenlehrerinnen Maria Krištóf, Vera Karner und Alexandra Loser, besuchte eine Hebamme die Schule, um Schülern altersgerechtes Wissen über Schwangerschaft, Geburt und das erste Lebensjahr eines Babys zu vermitteln. Laut Klick Kärnten wurde das Wissen auf kindgerechte, anschauliche und praxisnahe Weise über Modelle und Materialien sowie Beispiele aus dem beruflichen Alltag der Hebamme vermittelt. Die Schüler hatten die Möglichkeit, aktiv Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen einzubringen.
Das Projekt „Hebammen in den Schulen“ wird bereits seit mehreren Jahren österreichweit durchgeführt. Es hat zum Ziel, das Verständnis für Schwangerschaft und Geburt zu fördern und den Schülern damit lebensnahe Kenntnisse zu vermitteln. Direktor Danilo Katz betonte die große Bedeutung solcher Projekte für die gesamte schulische Ausbildung, da sie nicht nur Wissen, sondern auch Lebenskompetenz vermitteln.
Wissen für die nächste Generation
In Niedersachsen wurde ein ähnliches Programm ins Leben gerufen, das die Gesundheitskompetenz bei Grundschüler:innen stärkt. Wie auf Hebammen Niedersachsen berichtet wird, erhalten die Schüler praktische Informationen über natürliche Schwangerschaft und die Rolle von Hebammen. Bei einem Pilotprojekt in Kassel zeigte sich, dass Geschwisterkinder mehr Angst vor dem Elternwerden hatten als Einzelkinder. Diese Angst konnte jedoch nach dem Unterricht durch Hebammen von 36,3 % auf 25,7 % reduziert werden.
Das Programm wird im Schuljahr 2024/2025 an allen vierten Klassen in den Städten Celle und Oldenburg stattfinden, wo die Kinder insgesamt sechs Stunden Unterricht erhalten werden. In Vorbereitung auf das Projekt findet eine Fortbildung für Hebammen statt, um die Unterrichtsmethodik entsprechend zu gestalten.
Gesundheitsförderung als Schulfach
Die Integration von Gesundheitsbildung in Schulen wird auch auf weiterer Ebene als wichtig erachtet. Der Staudeverlag hebt hervor, dass bereits 1997 die Jakarta Erklärung zur Gesundheitsförderung für das 21. Jahrhundert verabschiedet wurde. Diese Initiativen zeigen, dass es weltweit Bestrebungen gibt, Gesundheitskompetenz bei jungen Menschen zu fördern und ihnen ein besseres Verständnis für zentrale Lebensprozesse zu vermitteln.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Projekte in Kärnten und Niedersachsen den Beginn einer breiteren Bewegung zur Förderung von Gesundheit und Wissen über Schwangerschaft, Geburt und frühe kindliche Entwicklung darstellen. Durch wertvolle Bildungsangebote wird nicht nur Wissen, sondern auch ein mutiger Umgang mit Lebensprozessen gefördert, was langfristig zu einer positiven Einstellung gegenüber solchen Themen beitragen kann.