
In Österreich sind alarmierende Fälle von mutmaßlichen Hate-Crime-Tätern aufgedeckt worden, die aus einem rechtsextremen Umfeld stammen. Polizeirazzien, unter anderem in Oberösterreich, führten zur Festnahme mehrerer Verdächtiger, die gezielt homosexuelle Männer über Dating-Plattformen an abgelegene Orte lockten. Die heruntergekommenen Taten, die sich seit Mai 2024 zwischen den Tätern und ihren Opfern entwickelten, beinhalteten Raubüberfälle sowie körperliche Angriffe, was Mario Lindner, den LGBTIQ+ Sprecher der SPÖ im Nationalrat, dazu brachte, von einem schockierenden Trend zu sprechen, der an den Grundpfeilern der Gesellschaft rüttelt. OTS berichtet, dass ein Opfer ausgeraubt und zwei weitere mit beschädigten Autoreifen zurückgelassen wurden.
Lindner forderte die rasche Umsetzung des kürzlich im Nationalrat verabschiedeten Nationalen Aktionsplans gegen Hate Crime. Er hob hervor, dass es dringend notwendig sei, auf allen Ebenen des Bundes präventiv gegen Hassverbrechen vorzugehen. In seinen Äußerungen betonte er auch, dass die zunehmende politische Hetze gegen queere Menschen in Österreich die Zunahme von Hassverbrechen begünstigt. Die Öffentlichkeit und insbesondere Betroffene wurden aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden, um solchen Verbrechen entschieden entgegenzutreten.
Brutale Tätergruppe entdeckt
Die Polizei hat unter der Leitung des Landeskriminalamtes Steiermark ein umfassendes Verbrechernetzwerk zerschlagen. Innenminister Gerhard Karner bezeichnete die Tätergruppe als brutal und menschenverachtend. In den dafür durchgeführten Razzien, die beinahe alle Bundesländer außer Kärnten und Vorarlberg sowie die Slowakei betrafen, waren rund 400 Beamte im Einsatz. Die Verhafteten, die sowohl Männer als auch Frauen im Alter zwischen 14 und 26 Jahren umfassten, sollen gefälschte Profile in sozialen Netzwerken erstellt haben, um gezielt homosexuelle Männer zu ködern. Laut Berichten von ORF wurden die Übergriffe auch gefilmt und in geheimen Gruppen sowie im Internet geteilt.
Die Brutalität der Übergriffe ist alarmierend. Die Opfer wurden nicht nur überfallen, sondern auch von vier bis acht maskierten Personen misshandelt. Die Täter handelten unter dem Vorwand der Selbstjustiz, obwohl die Opfer keinerlei strafbare Handlungen begangen hatten. Diese Vorfälle gehen einher mit der Tatsache, dass die Zahl der Hassverbrechen gegen LGBTQ-Personen in Österreich von 2022 auf 2023 um 20 Prozent gestiegen ist.
Gesellschaftliche Verantwortung und politische Reaktionen
Die Reaktionen aus der Politik sind stark. David Stögmüller, der LGBTQ-Sprecher der Grünen, warnte vor einer immer zunehmenden Bedrohung für queere Personen, während Henrike Brandstötter, die LGBTQ-Sprecherin von NEOS, die Gewalt als einen Angriff auf Freiheit und Menschenrechte bezeichnete. Angesichts dieser Entwicklungen wird deutlich, dass die Gesellschaft nicht nur Verantwortung tragen, sondern auch aktiv gegen homophobe und transfeindliche Gewalt vorgehen muss.
Die Zunahme queerfeindlicher Straftaten ist ein Thema, das weiterhin zahlreiche öffentliche und politische Debatten anstoßen wird. Ein Blick auf die jüngsten Beschlüsse auf der Innenministerkonferenz verdeutlicht dies. Diese beinhalteten die Verbesserung der Bekämpfung von Gewalt gegen LSBTIQ*-Personen, reiteriert die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Nancy Faeser. Der Bericht betont die Bedeutung von Aus- und Fortbildung der Polizei sowie die Schaffung von Ansprechstellen in jedem Bundesland.
Mithilfe solcher Maßnahmen soll das Hellfeld der registrierten Straftaten erhöht und die Sensibilität sowie Prävention bezüglich LSBTIQ*-feindlicher Taten gefördert werden. Das Ziel bleibt klar: Die Gesellschaft gemeinsam gegen Hassverbrechen zu vereinen.
Ort des Geschehens
Details zur Meldung