AMAZON Sidebar
AMAZON Sidebar

Patrick Wimmer, der im aktuellen Abstiegskampf für den VfL Wolfsburg spielt, spricht offen über die Schattenseiten des Profisports. In einem Podcast namens „Mindgames“ äußert er sich über seine Erfahrungen mit Hasskommentaren und Morddrohungen, die besonders in der digitalen Welt allgegenwärtig sind. Wimmer, der als ÖFB-Legionär für Aufsehen sorgt, beschreibt, wie er im Internet regelmäßig mit persönlichen Angriffen und Drohungen gegen seine Familie konfrontiert wird. Trotz dieser negativen Erlebnisse hat er eine gelassene Herangehensweise entwickelt und blockiert solche Kommentare, ohne darauf zu reagieren. „Man sollte niemandem etwas Schlechtes wünschen“, betont Wimmer.

Zusätzlich zu den extremen Hasskommentaren erhält Wimmer auch harmlosere Kritik, etwa zu verlorenen Wett Tipps. Auf diese reagiere er humorvoll, indem er die Kommentatoren zu einem Döner-Essen einlade. Neben den Herausforderungen des Fußballs sieht er auch die positiven Aspekte seines Lebens als Athlet und ist dankbar, sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Dennoch erkennt er an, dass die aktuelle Saison für seine Mannschaft in Wolfsburg besonders schwierig ist.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Hasskommentare als wachsendes Problem

Die Auswirkungen von Hasskommentaren betreffen nicht nur Wimmer. Auch die Top-Biathletin Franziska Preuß hat kürzlich ihre Karriere beendet, nachdem sie im Massenstart-Rennen in Antholz angetreten war. Sie äußerte im Interview, dass sie unter erheblichen psychischen Druck und den Folgen von Online-Hasskommentaren gelitten habe. Solche Erfahrungen sind für viele Sportler belastend und können fatale Folgen haben, wie der Fall der Schwimmerin Angelina Köhler zeigt, die nach einem Wettkampf Verfolgungsängste entwickelte.

In-article Werbung
In-article Werbung

Marion Sulprizio, eine Sportpsychologin, erklärt, dass Hasskommentare zusätzlichen Stress verursachen, insbesondere während Großereignissen. Athleten müssen lernen, „ein dickes Fell“ zuzulegen und technische Strategien zu nutzen, um sich vor diesem Psychoterror zu schützen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sogar ein KI-gestütztes Tool zur Filterung solcher Hassnachrichten entwickelt. So wurden bei den Spielen in Paris 2024 etwa 61.000 Beiträge gescannt, wobei rund 4.000 als Hasskommentare identifiziert wurden.

Der Umgang mit digitalem Stress

Die digitale Präsenz ist für viele Athleten entscheidend, um Sponsoren und Einnahmen zu sichern, was den Druck erhöht, ständig aktiv sie zu sein. Vanessa Voigt, eine Biathletin, entschied sich sogar, ihre Instagram-App während der Winterspiele in Mailand zu löschen, um ihrer mentalen Gesundheit Schutz zu bieten. Das Internationale Olympische Komitee hat zudem angeregt, Welfare Officers einzuführen, um die mentale Gesundheit der Athleten zu unterstützen.

Sulprizio hebt hervor, dass neue Wege im Umgang mit Hasskommentaren gefunden werden müssen, und der DOSB arbeitet aktiv mit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt zusammen, um strafbare Kommentare zu melden. Leider wurde eine geplante Gesetzesänderung zur Erleichterung von Ermittlungen abgelehnt, sodass nur bei extremen Äußerungen die Staatsanwaltschaft von Amts wegen ermitteln könnte. In dieser zunehmend digitalen Welt bleibt das Thema Hasskommentare ein drängendes Problem, das eine breite Diskussion erfordert.

Die Erfahrungen von Patrick Wimmer und anderen Athleten verdeutlichen, wie wichtig es ist, sowohl im Sport als auch in der Gesellschaft die auftretenden Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit und des digitalen Mobbings ernst zu nehmen.

Für weitere Informationen zu den Erfahrungen von Patrick Wimmer und der Thematik der Hasskommentare, siehe auch die Artikel von Laola1 und RND.