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Angesichts der anhaltend hohen Inflation in Österreich sieht sich der Handelsverband gezwungen, den Kollektivvertrag (KV) für Handelsangestellte vorzeitig neu zu verhandeln. Die Inflation betrug im September laut Statistik Austria 4,0%, was zu einer hitzigen Debatte über die Entlastung der Handelsbetriebe und deren Mitarbeitende führt. Gerade die stark gestiegenen Kosten, unter anderem für Energie, Mieten und Lebensmittel, setzen die Branche unter Druck. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will warnt vor den Folgen und fordert dringende Maßnahmen von der Bundesregierung.

Bei einem Treffen im vergangenen Jahr vereinbarten die Sozialpartner, dass eine Erhöhung des Kollektivvertrags bei einer Inflation von 3% oder mehr zwischen Oktober 2024 und September 2025 neu verhandelt werden müsse. Die vergangene Vereinbarung sah gestaffelte Gehaltserhöhungen vor, die jedoch nun obsolet geworden sind. Mit einer rollierenden Inflation von über 3,008% ist der Verhandlungsspielraum für die KV-Neuverhandlungen laut Will erheblich eingeschränkt.

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Notwendige Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung

Die steigenden Preise treiben vor allem die Kosten in den Bereichen Energie (+35,9%) und Mieten (+4,6%) in die Höhe. Auch der Einzelhandel ist betroffen, obwohl die Lebensmittelpreise mit +3,1% unter dem allgemeinen Niveau bleiben. Der Handelsverband fordert eine Senkung der Energiekosten, einen Bürokratieabbau sowie eine Verantwortung der Fernost-Händler für die Warendeklaration. Zusätzlich wird eine Obergrenze für Minderheitsbeteiligungen im Energiesektor vorgeschlagen, um die Marktmacht größerer Anbieter zu verringern und die Teuerung zu bekämpfen.

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Handelsobmann Rainer Trefelik und GPA-Bundesgeschäftsführer Mario Ferrari haben sich auf die Notwendigkeit einer angemessenen Abgeltung der Inflation geeinigt. Ferrari sieht die Teuerung bei Energie, Dienstleistungen, Lebensmitteln und Mieten als gravierende Belastung für die Arbeitnehmer an. Die aktuelle wirtschaftliche Lage zeigt sich bereits in einem rückläufigen Umsatz im Handel und zahlreichen Insolvenzen.

Verhandlungen starten im November

Für November 2023 sind nun die Neuverhandlungen für den Kollektivvertrag angesetzt. Das Handelsgewerbe in Österreich beschäftigt rund 450.000 Angestellte und Lehrlinge sowie 120.000 Arbeiter. In Anbetracht des Wirtschaftsabschwungs in 2023 und 2024 hat der Sektor bereits mit rückläufigen Realumsätzen zu kämpfen. Zwischen April und Juli 2023 gab es zwar ein reales Erlösplus, doch im August fiel der Umsatz wieder.

Diskussionen innerhalb der Wirtschaft zeigen, dass einige Vertreter der Meinung sind, die kürzlich erzielten Abschlüsse im Metall- und Beamtenbereich könnten als Vorbilder dienen, jedoch nicht einfach übernommen werden sollen. Trefelik betont, dass die Situation dringend gelöst werden müsse, um die Herausforderungen, die der Sektor aktuell bewältigen muss, anzugehen.