Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat nun die Zulassung für einen innovativen Kombiimpfstoff erteilt. Der neue Impfstoff mit dem Namen „mCombriax“ von Moderna soll künftig gleichzeitig gegen COVID-19 und Grippe schützen. Wie die Kleine Zeitung berichtet, enthält mCombriax mRNA-Bausteine, die den Körper auf Virus-Infektionen vorbereiten, und kombiniert die Komponenten der bereits zugelassenen Impfstoffe gegen Corona und Influenza.
Der Impfstoff richtet sich in erster Linie an Menschen ab 50 Jahren, da dieses Alterssegment ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe hat. Bei der klinischen Phase-3-Studie, die mit 8.000 Teilnehmern durchgeführt wurde, konnte nachgewiesen werden, dass die Immunantwort des Kombiimpfstoffs mindestens ebenso stark ist wie die der separat verabreichten Impfstoffe. Ein bedeutender Vorteil dieser neuen Impfung ist die Möglichkeit, den Impfprozess zu vereinfachen und damit die Impfquoten zu steigern.
Wirksamkeit und Sicherheit
Die RND hebt hervor, dass der Impfstoff in Zulassungsstudien eine überlegene Wirksamkeit gegen die gängigen Influenza-Stämme, darunter A/H1N1 und A/H3N2, gezeigt hat. Jedoch gab es für den Influenzavirusstamm B/Yamagata bei Erwachsenen ab 65 Jahren keine signifikant höhere Immunantwort. Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von mCombriax wird als „akzeptabel“ beschrieben, wobei häufige Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Kopfschmerzen in den meisten Fällen milde sind und nur für zwei bis drei Tage anhalten.
Darüber hinaus könnte dieser Kombiimpfstoff das Gesundheitssystem erheblich entlasten. Derzeit besteht die Notwendigkeit, jährlich zwei getrennte Impfungen durchzuführen, was sowohl für die Gesundheitseinrichtungen als auch für die Patienten aufwendig ist. Mit mCombriax soll dies nun optimiert werden.
Impfquoten und Herausforderungen
Trotz der positiven Nachrichten über den neuen Kombiimpfstoff zeigt eine Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI), dass die Impfquoten gegen Grippe und COVID-19 in den vergangenen Jahren besorgniserregend gesunken sind. In der Saison 2024/25 lag die Impfquote gegen Grippe bei nur 34,5% unter den über 60-Jährigen, dem niedrigsten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. Auch die Impfquote gegen COVID-19 bei Menschen ab 60 Jahren ist stark gefallen, von 21% in der Saison 2023/2024 auf lediglich 14% in der folgenden Saison.
Die Einführung des Kombiimpfstoffs könnte somit nicht nur die Immunisierung erleichtern, sondern auch dazu beitragen, die sinkenden Impfquoten in der gefährdeten Altersgruppe zu verbessern. Die Zustimmung der EU-Kommission zur Marktzulassung istdemnächst zu erwarten und gilt als Formsache.

