Am 9. März 2026 haben die Grünen die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen, wie vienna.at berichtet. Das vorläufige Endergebnis zeigt die Grünen bei 30,2% und die CDU mit 29,7%, wobei beide Parteien jeweils 56 Mandate erreichen. Die AfD wird mit 18,8% drittstärkste Kraft, während die SPD mit lediglich 5,5% ihr historisch schlechtestes Ergebnis erzielt. FDP und Linke scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde, beide Parteien erreichen 4,4%.

Die Wahlbeteiligung ist mit 70,2% bis 71,5% deutlich gestiegen im Vergleich zu 63,8% im Jahr 2021. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass erstmals 16-Jährige wählen durften. Rund 7,7 Millionen Wahlberechtigte konnten an der Wahl teilnehmen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der seit 2011 im Amt war, trat nicht mehr an.

Koalitionsgespräche und Zukunft der Grünen

Die Grünen und die CDU erwarten, dass eine Koalition fortgesetzt wird. Cem Özdemir, der ein mögliches Ministerpräsidentenamt anstrebt, zeigt sich kompromissbereit bei der Regierungsbildung. Der Wahlkampf wurde stark auf seine Person zugeschnitten, wobei 47% der Wähler Özdemir als Ministerpräsidenten bevorzugen, verglichen mit 33% für Manuel Hagel von der CDU.

Özdemir, der sich selbst als „anatolischer Schwabe“ beschreibt und dessen Eltern aus der Türkei stammen, könnte der erste Ministerpräsident mit türkischen Wurzeln in Deutschland werden. Bei einer Pressekonferenz in Stuttgart betonte er die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit einem Koalitionspartner und dass es um das Wohl des Landes gehe. Martin Florack, Politikwissenschaftler an der Uni Duisburg-Essen, äußerte sich optimistisch über die Stabilität der Grünen und deren Fähigkeit, das Ministerpräsidentenamt zu halten, da sie eine betont bürgerliche und konservative Strategie im Wahlkampf verfolgt hatten.

Wahlverhalten und Vielfalt

Die Wahlbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund ist ein wichtiges Thema, insbesondere im Kontext der aktuellen Wahl. Laut mediendienst-integration.de unterscheiden sich die Wahlbeteiligungsquoten zwischen Personen mit und ohne Einwanderungsgeschichte erheblich. Beispielsweise lag die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen 2021 bei 95,2% für Personen ohne Einwanderungsgeschichte und lediglich bei 88,4% für solche mit Migrationshintergrund. Dies zeigt, dass es weiterhin Herausforderungen gibt, die die Wahlbeteiligung unter diesen Gruppen beeinflussen.

Faktoren wie Einkommen, Bildungsniveau und sprachliche Barrieren spielen eine entscheidende Rolle für die Wahlbeteiligung. Integrationsbarometer-Daten von 2022 zeigen, dass 70,4% der Befragten mit Migrationshintergrund angaben, gewählt zu haben, was im Vergleich zu 87,9% bei Personen ohne Migrationshintergrund niedrig ist. Diese Unterschiede sind bedeutend, wenn es um die Repräsentation und Integration in der politischen Landschaft geht.