Am 8. März 2026 wird der Internationale Frauentag gefeiert, der in Österreich erneut die Herausforderungen der Gleichberechtigung thematisiert. Laut oe24 zeigt sich, dass Frauen nach wie vor im Durchschnitt 11,6 % weniger verdienen als Männer, wobei der Median des Bruttojahreseinkommens bei Vollzeitbeschäftigten berücksichtigt wird. Besonders auffällig ist, dass der Equal Pay Day, der Tag, bis zu dem Frauen unbezahlt arbeiten, auf den 11. Februar fiel.

Die Diskrepanz im Stundenlohn beträgt sogar 17,6 %. Regionale Unterschiede sind ebenfalls bemerkenswert: In Vorarlberg liegt das Lohngefälle bei über 20 %, während Wien bei rund 4 % bleibt. Alarmierend ist, dass zwei Drittel des Gender Pay Gaps nicht durch Betreuungspflichten erklärt werden können, sondern auf Diskriminierung zurückzuführen sind.

Frauen in Führungspositionen

In der Unternehmenswelt ist die Perspektive für Frauen wenig erfreulich. Nur 13,8 % der Vorstandsposten in WBI-Unternehmen sind mit Frauen besetzt, was 26 von 188 Positionen ausmacht. Bis Jänner 2026 gab es in börsennotierten Unternehmen in Österreich überhaupt keine Frauen in CEO-Positionen. Der Frauenanteil in Aufsichtsräten liegt bei 31,7 %, während er im Nationalrat bei 35 % betrug – ein Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren.

Die FPÖ hat eine Frauenquote von etwa 23 %. Auf kommunaler Ebene ist die Gleichberechtigung noch schlechter vertreten, denn nur knapp 12 % der Gemeinden werden von Bürgermeisterinnen geleitet, und in 21 Gemeinden gibt es gar keine Frauen im Gemeinderat. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner äußert sich besorgt über den Gegenwind für Frauenrechte.

Strukturelle Diskriminierung und gesellschaftliche Herausforderungen

Zusätzlich zu den ökonomischen Ungleichheiten weist die Ministerin auf die nötigen Veränderungen hin, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen und das Bewusstsein für die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen zu stärken. Die Kampagne „Gerecht oder Geschlecht?“ soll auf strukturelle Benachteiligungen aufmerksam machen und ein Umdenken in der Gesellschaft anstoßen.

Ein Gesamtbild zum Thema Gender Pay Gap liefert eine Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes, die einen Gender Gap Arbeitsmarkt von 39 % für 2023 dokumentiert. Der Gender Pay Gap ist ein zentraler Indikator für Verdienstungleichheit und liegt im Jahr 2024 voraussichtlich bei 37 %. Die Hauptgründe für diese Ungleichheiten sind geringere Stundenlöhne und geringere Arbeitszeiten von Frauen.

In Deutschland wird für 2025 ein Gender Pay Gap von etwa 16 % prognostiziert, wobei Frauen durchschnittlich 22,81 Euro verdienen und Männer 27,05 Euro. Der Trend zeigt, dass der GPG in den letzten Jahren leicht gesunken ist, doch bleibt Deutschland damit über dem europäischen Durchschnitt. Ein Hauptgrund für diese Verbesserungen könnte die Einführung des Mindestlohns sein, von dem viele Frauen im Niedriglohnsektor profitieren.

Die Auskunftspflicht des Entgelttransparenzgesetzes gilt nur für Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten und zeigt, dass Frauen oft weniger über Gehälter informiert sind als ihre männlichen Kollegen. Über 60 % des Gender Pay Gaps lassen sich auf strukturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern zurückführen, darunter auch Diskriminierung und ungleiche Verteilung in Berufen und Karrierestufen.

Insgesamt bleibt zu betonen, dass der Weg zur Gleichstellung der Geschlechter in Österreich und darüber hinaus noch lang ist. Der Internationale Frauentag 2026 dient als wichtiger Anlass, um auf diese Thematik aufmerksam zu machen und weitere Fortschritte zu fordern.