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Glaube und Frieden: Wiener Kirchen feiern den Tag des Judentums

In Wien wurde am 17. Januar 2025 der Tag des Judentums zelebriert, veranstaltet vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) in der historischen Ruprechtskirche. Der evangelische Superintendent Matthias Geist betonte die Bedeutung des Gedenktags, an dem Christen sich ihrer jüdischen Wurzeln und der Vergehen gegen das jüdische Volk bewusst werden sollten. "Ein Gedenken wie dieses, das wir heute mit Entsetzen, Scham, aber auch Hoffnung begehen, soll uns Mut machen: Mut zum Dialog, Mut zum Erinnern, Mut, achtsam zu sein," sagte er. Die Worte des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der von den Nazis hingerichtet wurde, wurden zitiert: "Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen." Geist forderte dazu auf, gegen Hass und Feindseligkeit zu kämpfen und für Werte einzutreten, die Menschen aufrichten.

Friedensgebet und ökumenische Einheit

Die Feier war geprägt von Gebeten für den Weltfrieden, insbesondere im Heiligen Land. Bischöfin Maria Kubin hob in ihrer Predigt die Bedeutung der Seligpreisungen hervor: "Selig, die Frieden stiften, sie werden Söhne und Töchter Gottes heißen." Sie sprach von der Mühe, Frieden zu stiften, und betonte, dass Frieden nicht durch Schuldzuweisungen erreicht werden kann, sondern durch humanitäre Größe. Frieden und Religion sind eng miteinander verbunden; zahlreiche Weltreligionen teilen Friedensbotschaften, wie der Buddhismus, der Verletzung und Tötung von Lebewesen widerspricht, oder das Judentum, das im Wort "Schalom" die Grundlage für Frieden in der Gemeinschaft sieht, wie auch im Christentum, wo Frieden als zentrale Lehre Jesu gilt.

Der Gedenktag wurde mit einer Reihe von Religionsvertretern gefeiert, darunter Vertreter der syrisch-orthodoxen und anglikanischen Kirchen, die ein Zeichen der interreligiösen Einheit setzten. Der 17. Januar ist als Gedenktag bewusst gewählt worden, um den Geist des jüdischen Erbes in die kommende weltweite "Gebetswoche für die Einheit der Christen" zu tragen. Ein gemeinsames Fest, das vor 100 Jahren unvorstellbar gewesen wäre, steht als Hoffnungssymbol in einer Zeit der Herausforderungen gegen Hass und Gewalt.

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Beste Referenz
kathpress.at
Weitere Quellen
frieden-fragen.de

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