Am Freitag, den 27. Februar 2026, wurde die Feuerwehr aufgrund einer alarmierenden Situation an einer Schule im Stadtgebiet Bad Segeberg tätig. Um 10:45 Uhr erreichte der Einsatz den Status von „TH X R5 – Technische Hilfeleistung, Gefährdung durch Gefahrstoffe (CBRN), Großeinsatz Rettungsdienst Stufe 5“. Die Alarmierung erfolgte, nachdem mehrere Schülerinnen und Schüler nach Kontakt mit einer unbekannten Flüssigkeit Atembeschwerden und Hautreizungen klagten. Einsatzleiter war der Gemeindewehrführer André Schneider.

Der betroffene Ort war ein Klassenraum im ersten Obergeschoss eines Gymnasiums. Zunächst wurde kein sichtbarer Stoffaustritt festgestellt. Um sicherzustellen, dass keine Gefahren von der unbekannten Substanz ausgehen, wurden umgehend Maßnahmen eingeleitet. Ein Angriffstrupp, ausgestattet mit umluftunabhängigem Atemschutz, führte Kontrollen und Messungen durch. Das gesamte Schulgebäude wurde vorsorglich geräumt, während der ABC-Zug des Kreises Segeberg zur Unterstützung hinzugezogen wurde.

Einsatzdetails und Messungen

Die Polizei sperrte den Verkehr auf der Hamburger Straße zwischen Ziegelstraße und Am Landratspark, um den Einsatzkräften eine gefahrlose Arbeit zu ermöglichen. Die Messungen dauerten etwa 1,5 Stunden und verliefen ohne Auffälligkeiten oder Hinweise auf gefährliche Stoffe. Die medizinischen Beschwerden der untersuchten Personen, darunter zehn Schülerinnen und Schüler und eine Lehrkraft, wurden schnell zurückgeführt. Ein Krankenhaustransport war nicht erforderlich, denn die Hautreaktionen klangen zügig ab.

Insgesamt dauerte der gesamte Einsatz rund zwei Stunden, wobei die Ursachen für die Beschwerden zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden konnten. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass solche Einsätze schnell und effektiv durchgeführt werden, um die Sicherheit der Beteiligten und der Öffentlichkeit zu gewährleisten.

Technische Hilfeleistung im Fokus

Die Technische Hilfeleistung (THL) ist ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeiten der Feuerwehr. Laut Angaben von Feuerwehren verschob sich der Schwerpunkt der Einsätze in den letzten Jahren zunehmend in Richtung der Technischen Hilfeleistung. Diese umfasst verschiedene Maßnahmen zum Schutz von Menschen, Tieren und Sachwerten, insbesondere bei Unfällen, Umweltschäden oder medizinischen Notfällen. Im Jahr 2017 verzeichnete die Feuerwehr beispielsweise 288 THL-Einsätze im Vergleich zu 82 Brandeinsätzen.

  • Rettung von Patienten nach Unfällen
  • Öffnung von Wohnungen bei akuter Gefahr
  • Hilfeleistung bei Überschwemmungen
  • Amtshilfe für andere Behörden

Die Einsatzkräfte nutzen eine Vielzahl technischer Geräte, die auf speziellen Löschfahrzeugen transportiert werden. Dazu zählen hydraulische Rettungsgeräte, Kettensägen und Stromaggregate. Der Einsatz der Geräte erfordert umfangreiche Übung und regelmäßige Schulungen, um im Ernstfall schnell und effektiv reagieren zu können.

Im Kontext des aktuellen Einsatzes ist auch die Gefahr durch CBRN-Substanzen – chemische, biologische, radiologische und nukleare Materialien – relevant. Diese können sowohl durch Unglücksfälle als auch vorsätzlich freigesetzt werden, wodurch eine erhebliche Bedrohung für die Bevölkerung entsteht. Die schnelle und präzise Reaktion der Einsatzkräfte und die durchgeführten Messungen sind essenziell, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Beispiele aus der Vergangenheit wie der Fall in Köln-Chorweiler oder die Ereignisse in Fukushima verdeutlichen die Risiken im Umgang mit CBRN-Substanzen und die Notwendigkeit, gut vorbereitet zu sein.