Forschende haben alarmierende Ergebnisse über die Kontamination von Meerestieren mit giftigen Chemikalien veröffentlicht. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Liquid Crystal Monomers (LCM), die in Bildschirmen von Fernsehern, Computern und Smartphones verwendet werden, in den Körpern von Schweinswalen und Delfinen nachgewiesen wurden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Environmental Science & Technology“ veröffentlicht und belegen ein ernsthaftes Problem in der Verschmutzung der Meeresumwelt. Die Studie umfasst Gewebeproben von Indo-Pazifischen Buckeldelfinen und Glattschweinswalen, die über einen Zeitraum von 14 Jahren im Südchinesischen Meer untersucht wurden. Dabei konnte festgestellt werden, dass mehrere LCM-Schadstoffe genverändernd sind und in geringen Mengen im Gehirn der Meeresbewohner nachgewiesen wurden, was darauf hindeutet, dass die Blut-Hirn-Schranke überwunden wurde.
Diese synthetischen organischen Chemikalien sind schwer abbaubar und stellen ein erhebliches Umweltproblem dar. Insbesondere ist die Persistenz und Bioakkumulation von LCMs in der Umwelt besorgniserregend. Laut weiteren Daten wurden LCMs nicht nur in Meerestieren, sondern auch in verschiedenen anderen Umgebungen nachgewiesen, darunter Luft, Staub, Sedimente und Böden. Die weitreichende Umweltverbreitung dieser Chemikalien deutet auf eine ernsthafte Bedrohung für das Ökosystem und die menschliche Gesundheit hin.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Die Möglichkeiten, wie Menschen LCMs aufnehmen können, sind vielfältig. Forscher warnen, dass diese Stoffe durch kontaminierte Meeresfrüchte oder Trinkwasser in die menschliche Nahrungskette gelangen könnten. In der Untersuchung wurde auch festgestellt, dass LCMs in Fischen vorkommen, die von Delfinen und Schweinswalen gefressen werden. Obwohl derzeit keine direkten Beweise für schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen vorliegen, ist das Risiko aufgrund der fortschreitenden Umweltverschmutzung nicht zu unterschätzen.
Das Fehlen belastbarer Daten zu den langfristigen Effekten und dem Verhalten von LCMs in der Umwelt macht die Lage komplex. Wissenschaftler schlagen vor, die Forschung zu intensivieren, um die Wissenslücken zu schließen und die potenziellen Gesundheitsrisiken für Organismen sowie Menschen besser bewerten zu können. Die Notwendigkeit für umfassende Untersuchungen über den Ursprung, das Verhalten und die Schicksalswege dieser Chemikalien in der Umwelt wird als äußerst dringend erachtet.
Regulierungsbedarf
Die Forscher fordern außerdem sofortige Maßnahmen zur Regulierung von Elektroschrott, um zukünftige Gesundheitskrisen zu verhindern. Diese Forderung steht im Einklang mit den europäischen Richtlinien zur Chemikalienregulierung, insbesondere der REACH-Verordnung, die Chemikalien erfasst, die nicht durch spezifische Gesetze geregelt sind. Hersteller sind laut dieser Verordnung für die sichere Handhabung ihrer Produkte verantwortlich, um die Einleitung von schadstoffhaltigen Chemikalien in die Umwelt zu steuern und zu reduzieren.
Die Daten über LCMs und ihre potenziellen Risiken werfen ein Licht auf das größere Problem der chemischen Kontamination, das nicht nur Tierarten betrifft, sondern auch Menschen und deren Gesundheit. Der umfassende Eintrag von chemischen Stoffen in die Umwelt und die unzureichende Kenntnis über ihre langfristigen Wirkungen verdeutlichen die Notwendigkeit einer stärkeren Regulierung und Recherche im Bereich chemischer Sicherheit.
Um mehr über die chemischen Gefahren in der Umwelt und deren Regulation zu erfahren, bietet das Umweltbundesamt umfassende Informationen. Darüber hinaus zeigt PubMed die aktuellen Forschungsergebnisse und Erkenntnisse zu LCMs auf. Krone.at fasst die Ergebnisse und deren Bedeutung für Mensch und Natur zusammen.