Im US-Bundesstaat Washington ereignete sich tragischerweise eine Messerattacke, die vier Menschen das Leben kostete, darunter auch der mutmaßliche Täter. Dies berichten mehrere Nachrichtenquellen, unter anderem oe24. Der 32-jährige Täter wurde während des Angriffs von einem Polizisten erschossen. Die Polizei schätzt, dass häusliche Gewalt eine zentrale Rolle in diesem Vorfall spielt. Gegen den mutmaßlichen Angreifer lag ein Kontaktverbot vor. Der Angriff fand direkt auf der Straße vor einem Wohnhaus statt, und ein weiteres Opfer verstarb später im Krankenhaus.
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Hagen, Deutschland, wo eine 35-jährige Frau am Samstagabend Opfer von massivem Messereinsatz wurde. Ihr Ehemann, ein 41-jähriger Mann, wurde vorläufig an einer Bushaltestelle festgenommen. Er soll mindestens 15 Mal auf seine Frau eingestochen haben, nachdem sie offenbar eine Trennung anstrebte. Der Ehemann ist bereits polizeibekannt wegen häuslicher Gewalt. Die Frau hatte bereits im Jahr 2024 bei der Polizei angezeigt, lange Zeit unter Gewalt zu leiden, und war danach zunächst nicht mehr aktiv geworden. Diese Information hat WDR zusammengetragen.
Häusliche Gewalt im Fokus
Häusliche Gewalt ist ein drängendes und weit verbreitetes Problem, das Millionen von Menschen weltweit betrifft. Laut Ringsknife erleben in den USA 1 von 4 Frauen sowie 1 von 9 Männern im Laufe ihres Lebens schwere Gewalt in Paarbeziehungen. Jährlich sind über 10 Millionen Menschen in den USA von häuslicher Gewalt betroffen. Die Tatsache, dass mehr als 50% der weiblichen Opfer von Tötungsdelikten von einem aktuellen oder ehemaligen Partner getötet werden, verdeutlicht die Dringlichkeit, dieses gesellschaftliche Problem zu adressieren.
Ein gemeinsames Merkmal beider Fälle ist die Vorgeschichte der Gewalt. Im Fall der 35-jährigen Frau aus Deutschland hatte die Polizei sogar Maßnahmen ergriffen, um ihrem Ehemann für zehn Tage die Wohnung zu verbieten, was jedoch nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung ihrer Situation führte. Die Ermittler gehen in beiden Fällen von Beziehungstaten aus. Es ist zu befürchten, dass die Menge der nicht gemeldeten Fälle noch höher ist: Häufig zögern Opfer, Unterstützung zu suchen, aus Angst vor Stigmatisierung oder weiteren Repressalien.
In beiden Fällen, sowohl in Washington als auch in Hagen, zeigt sich die erschreckende Realität häuslicher Gewalt. Die sozialen und psychologischen Auswirkungen sind verheerend, nicht nur für die Opfer, sondern auch für die betroffenen Familien. Während die Kinder der verstorbenen Frau in Hagen nun vom Jugendamt betreut werden, bleibt die Frage, wie die Betroffenen vor weiteren gewaltsamen Angriffen geschützt werden können.