Die Diskussion um die Basisausbildung für Mediziner in Österreich nimmt Fahrt auf. Gesundheitslandesräte der ÖVP äußern Bedenken bezüglich der langen Wartezeiten auf Ausbildungsplätze, weshalb ein gemeinsamer Brief an Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) gefordert wird. In diesem Schreiben soll auf die Notwendigkeit von „Aktivitäten für eine bedarfsgerechte Adaptierung“ hingewiesen werden. Schumann wird zudem gebeten, einen Bericht zur Evaluierung und Weiterentwicklung der Basisausbildung einzuholen, da auch Handlungsbedarf bei der fächerübergreifenden Ausbildung festgestellt wurde. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Basisausbildung die frühere Turnusausbildung ersetzt hat und deren Anrechenbarkeit eingeschränkt wurde.
Die regionalen Unterschiede bei den Wartezeiten auf Basisausbildungsplätze sind signifikant. In Oberösterreich beträgt die Wartezeit durchschnittlich 4,9 Monate, während die Plätze in Niederösterreich mit 4,6 Monaten am schnellsten verfügbar sind. Im Gegensatz dazu müssen angehende Mediziner in Vorarlberg mit einer Wartezeit von bis zu 8 Monaten rechnen. Diese Differenzen werfen die Frage auf, wie die Ausbildung im gesamten Bundesland besser koordiniert werden kann.
Evaluierung der Basisausbildung
Die Evaluierung der ärztlichen Ausbildung hat erneut gezeigt, dass die Basisausbildung von vielen als der am schlechtesten bewertete Abschnitt angesehen wird, jedoch trotzdem von bis zu 80 Prozent der Teilnehmer geschätzt wird. Laut der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und der ETH Zürich waren 61 Prozent der Befragten eher oder sehr zufrieden mit der Basisausbildung. Dies zeigt, dass trotz berechtigter Kritik an der Struktur, die Basisausbildung einen wichtigen Platz im Ausbildungssystem einnimmt.
Die Bundeskurie angestellte Ärzte (BKAÄ) der ÖÄK führt spezielle Modulfragen zur Basisausbildung und zum Klinisch-Praktischen Jahr (KPJ) durch. An dieser Stelle wird deutlich, dass 48 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass im KPJ und in der Basisausbildung ähnliche Inhalte vermittelt werden. Ein Trend zur besseren Abstimmung zwischen diesen beiden Ausbildungsbereichen wurde bereits angestoßen, um Redundanzen zu vermeiden.
Zukunft der Basisausbildung
Die Ergebnisse der Evaluierung haben auch gezeigt, dass 80 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung sich für die Beibehaltung der Basisausbildung aussprechen. Dennoch gibt es regionale Unterschiede in der Zustimmung zur verpflichtenden Basisausbildung. Während 72,2 Prozent in Oberösterreich dafür sind, liegt der Wert in Tirol bei 52,8 Prozent und in Wien bei 54,8 Prozent. Das zeigt deutlich, dass es unterschiedliche Meinungen über die Notwendigkeit und die Form der Ausbildung gibt.
Zudem hat die ÖÄK beschlossen, die Basisausbildung beizubehalten, jedoch auf freiwilliger Basis anzubieten. Die Diskussion um die Qualität und den Inhalt der Ausbildung bleibt also aktuell. Mit der neuen Ausbildungsevaluierung, die 2026 gestartet wurde, wird auch dieser Prozess aufmerksam begleitet. Fragebögen werden an alle teilnahmeberechtigten Ausbildungsstätten versendet, und Ärztinnen und Ärzte können die Bögen anonym bis zum 17. April zurücksenden.
Insgesamt zeigt sich, dass die Basisausbildung in der ärztlichen Ausbildung einer umfassenden Prüfung unterzogen wird, die sowohl Stärken als auch Schwächen aufzeigt. Die Erfahrungen und Meinungen der angehenden Mediziner sind eine zentrale Grundlage für zukünftige Entwicklungen in der medizinischen Ausbildung. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die Gesundheitsministerin in den kommenden Monaten ergreifen wird, um die Anliegen der Auszubildenden aufzugreifen.
Für weitere Informationen und Details zu den Umfragen und Evaluierungen der ärztlichen Ausbildung können die Berichte auf aerztekammer.at, vienna.at und aerztezeitung.at nachgelesen werden.






