Heute gegen 5 Uhr ereignete sich an der Mautstelle Ardning auf der A9 in der Steiermark ein Vorfall, der auf die Problematik von Falschfahrern hinweist. Ein 57-jähriger deutscher Staatsbürger wollte von Sattledt nach Graz fahren, jedoch funktionierte die Bezahlung der Tunnelmaut nicht und die Schranke blieb geschlossen. Daraufhin entschloss er sich, rückwärts zu fahren und wendete sein Fahrzeug, was ihn in die falsche Richtung auf die Richtungsfahrbahn Graz führte.
Insgesamt begegneten ihm etwa sechs Fahrzeuge, doch glücklicherweise kam es zu keinen unfallgefährdenden Situationen. Die Mautaufsicht wurde auf den Geisterfahrer aufmerksam und löste prompt den Geisterfahreralarm aus. In der Folge wurde der Bosrucktunnel sofort gesperrt. Der Fahrer wurde am Nordportal des Tunnels angehalten und war mit eingeschalteter Warnblinkanlage und einer Geschwindigkeit von etwa 60 bis 70 km/h unterwegs.
Konsequenzen des Vorfalls
Die Konsequenzen für den Geisterfahrer waren gravierend: sein Führerschein wurde vorläufig abgenommen und eine Weiterfahrt untersagt. Zudem wird er wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit angezeigt, so die Staatsanwaltschaft Steyr.
Der Vorfall wirft ein Licht auf die zunehmend ernsthafte Problematik von sogenannten Falschfahrern. Daten des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) belegen, dass fast die Hälfte der Falschfahrer über 65 Jahre alt ist. In vielen Fällen leiden diese älteren Fahrer unter Demenz oder anderen Verwirrtheitszuständen. Dies führt zu einem Anstieg der Falschfahrten, was eine intensive Untersuchung und ein Umdenken im Bereich Verkehrssicherheit notwendig macht.
Präventionsmaßnahmen und technische Lösungen
Verkehrsplaner und Wissenschaftler bemühen sich, dieses Problem durch technische und planerische Maßnahmen zu entschärfen. In Österreich wurden große gelbe Warnschilder an Autobahnausfahrten eingeführt, um Falschfahrer zu warnen. In Belgien hingegen kommen Kameras zum Einsatz, die Falschfahrer erkennen und Warnlichter aktivieren.
Ein innovativer Ansatz ist ein System, das Studierende der Universität des Saarlandes entwickelt haben. Es erkennt Falschfahrer mittels Infrarotsensoren. Auch in Deutschland wird an Lösungen gearbeitet, unter anderem eine Checkliste für die Planung von Ausfahrten an unübersichtlichen Stellen, die seit 2013 implementiert ist.
Experten schlagen auch begleitete Fahrten für ältere Fahrer vor, um ihre Einsicht zu fördern und Fahrverbote zu vermeiden. Die Kombination aus Navigationssystemen, Warnschildern und automatischen Bremsfunktionen könnte die Verkehrssicherheit weiter erhöhen. Berthold Färber, emeritierter Psychologe, meint, dass schnellere Warnungen vor Falschfahrern entscheidend sind, um die Sicherheit auf den Straßen zu verbessern.
Der Bayerische Rundfunk hat zudem angekündigt, weiterhin im Verkehrsfunk vor Falschfahrern zu warnen, um die Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer zu minimieren.
Insgesamt bleibt zu hoffen, dass durch aushängende Maßnahmen und neue Technologien solche gefährlichen Verkehrssituationen wie der heutige Vorfall an der A9 in Zukunft vermieden werden können. Für mehr Informationen zu den Hintergründen und statistischen Auswertungen rund um Falschfahrer, berichtet Fireworld und die BR ausführlich über das Thema.