Die Nutzung von sozialen Medien hat in den letzten Jahren zugenommen, besonders unter jungen Menschen. Eine aktuelle Studie des MCI zeigt, dass medizinische Ratschläge von Social Media Influencern eine zentrale Quelle für Gesundheitsinformationen darstellen, jedoch auch gravierende Risiken mit sich bringen. Laut der Untersuchung, die in renommierten Fachzeitschriften wie „The British Medical Journal“ und „JAMA Network Open“ veröffentlicht wurde, sind Influencer oft nicht qualifiziert, um fundierte gesundheitliche Empfehlungen abzugeben, was zu falschen Entscheidungen und gesundheitlichen Schäden führen kann. 83% der 15- bis 25-Jährigen in Österreich konsumieren solche Inhalte, was sie anfällig für irreführende Tipps macht, die möglicherweise zu Überdiagnosen oder unnötigen medizinischen Eingriffen führen können. [oekonews] berichtet, dass beispielsweise Empfehlungen für Ganzkörper-MRT-Screenings ohne ausreichende medizinische Expertise oder die Werbung für fragwürdige Nahrungsergänzungsmittel problematische Verhaltensweisen fördern.

Die Studie belegt zudem, dass 31% der Jugendlichen aufgrund von Influencer-Inhalten Nahrungsergänzungsmittel gekauft haben. 13% haben Medikamente und 11% medizinische Selbsttests erworben. Diese Entwicklungen werfen grundlegende Fragen über die Verantwortung der Plattformen und die Einflussnahme von Influencern auf. Dr. Raffael Heiss, der Hauptautor der Studie, fordert eine Stärkung der Gesundheits- und Digitalkompetenz junger Menschen, um sie zu befähigen, medizinische Ratschläge kritisch zu hinterfragen.

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Regulierung sozialer Medien

Die Gefahren von Social Media beschränken sich jedoch nicht nur auf Gesundheitsinformationen. Studien zeigen, dass die intensive Nutzung sozialer Medien, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, mit psychischen Belastungen verbunden ist. Über 80% der Jugendlichen in Deutschland sind täglich online, was im Schnitt 3,5 Stunden beträgt. Diese starke Präsenz fördert nicht nur gefälschte Gesundheitsinformationen, sondern auch suchtartige Verhaltensweisen.

In diesem Kontext fordert der CDU-Politiker Hendrik Streeck Altersgrenzen für die Nutzung sozialer Medien. Die nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina unterstützt diese Forderung mit der Empfehlung, keine Accounts für Kinder unter 13 Jahren zuzulassen. Ab 13 Jahren sollten Social Media-Nutzungen nur unter elterlicher Aufsicht ermöglicht werden, was auf die Notwendigkeit einer umfassenden Regulierung hinweist, um Kinder vor Online-Gefahren wie Gewalt und Cybermobbing zu schützen. [tagesschau] ergänzt, dass wissenschaftliche Studien bereits einen klaren Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und psychischen Problemen wie Depressionen und Schlafstörungen belegen.

Forderungen nach mehr Aufklärung

Zusätzlich zu den Altersgrenzen fordern verschiedene Institutionen in Deutschland und Österreich mehr Aufklärung und Schulung in Medienkompetenz für junge Nutzer. Die Entwicklung von technischen Maßnahmen, die Altersgrenzen durchsetzen, wird als notwendig erachtet. In Australien beispielsweise dürfen Social Media-Profile erst ab 16 Jahren erstellt werden, und in der EU drängen Länder wie Dänemark auf eine stärkere Regulierung. Wenngleich der Digital Services Act auf EU-Ebene versucht, Maßnahmen gegen gesundheitliche Risiken zu ergreifen, ist klar, dass der Schutz junger Menschen im digitalen Zeitalter umfassend aktualisiert werden muss. Experten betonen, dass ein Bündel an Interventionen notwendig ist, um die vielfältigen Herausforderungen und Themen rund um Social Media und Gesundheit effektiv anzugehen.