Die Novelle des Führerscheingesetzes (FSG) wurde kürzlich im Ministerrat beschlossen und wird am 1. September 2026 in Kraft treten. Ein zentrales Element dieser Reform ist die drastische Erhöhung der Sperrfrist für Führerschein-Schummler. Wer bei der theoretischen Führerscheinprüfung beim Schummeln erwischt wird, muss künftig 18 Monate auf die nächste Prüfung warten, eine deutliche Erhöhung gegenüber den bisherigen 9 Monaten, wie oe24 berichtet.
Zusätzlich wird eine Strafbestimmung für diejenigen eingeführt, die Prüfungsbetrug organisieren und durchführen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Integrität der Führerscheinausbildung zu erhöhen. Bei Aufdeckung der Hintermänner kann zudem eine Verwaltungsstrafe verhängt werden. Bereits beim ersten Fehlversuch der theoretischen oder praktischen Prüfung dürfen Fahrschüler künftig schon nach 12 Tagen erneut antreten, was eine Verbesserung zu den bisherigen zwei Wochen darstellt.
Änderungen der Prüfungsmodalitäten
Ein weiterer wichtiger Punkt der Novelle betrifft den internationalen Führerschein, der künftig für drei Jahre gültig sein wird, anstelle der bislang nur einen Jahresfrist. Lkw- und Busführerscheine sowie Anhängerklassen werden ab dem 60. Lebensjahr nun für fünf Jahre verlängert, was einen deutlichen finanziellen Vorteil für die betroffenen Fahrerschafft. Wie die Unfallzahlen belegen, nimmt die Unfallbeteiligung von C-Lenkern ab 60 Jahren markant ab, was diese Regelung sinnvoll erscheinen lässt.
Im Jahr 2025 stellten sich in Deutschland über 2 Millionen Fahrschüler der theoretischen Prüfung, während die Zahl der praktischen Prüfungen bei fast 1,9 Millionen lag. Die Durchfallquote lag bei der theoretischen Prüfung zwischen 44% und 45% und bei der praktischen Prüfung bei 37%, laut dem TÜV-Fahrerlaubnisreport 2025, der von ZDF zitiert wird. Hört man sich die Rückmeldungen der Schüler an, so sind die häufigsten Ursachen für das Nichtbestehen Prüfungsstress und mangelhafte Vorbereitung.
Reformen in der Ausbildung und digitale Lösungen
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder plant, die Fahrschulausbildung grundlegend zu reformieren, mit dem Ziel, die Kosten zu senken und digitale Lösungen für Prüfungen zu implementieren. Während sich der Führerscheinmarkt in den letzten Jahren stark veränderte, zeigen die Daten, dass die Durchfallquoten im Vergleich zu 2016, wo die theoretische Quote bei 37% lag, gestiegen sind. Die Schere zwischen den Altersgruppen bleibt augenscheinlich geöffnet, da unter 18-Jährige beim „Begleiteten Fahren ab 17“ signifikant bessere Ergebnisse erzielen: Nur 35% fielen in der Theorie und 24% in der Praxis durch.
Künftige Reformpläne umfassen unter anderem die Einführung verbindlicher digitaler Lernstandskontrollen, um eine Prüfungszulassung zu gewährleisten. Doch die Ankündigung dieser Reform hat viele potenzielle Fahrschüler dazu veranlasst, ihre Anmeldung hinauszuzögern, was zu Umsatzrückgängen für Fahrschulen geführt hat. Die Anstrengungen um digitale Lernmittel und Online-Plattformen könnten über die kommenden Jahre an Bedeutung gewinnen, um jüngere Fahrschüler besser auf die Prüfungen vorzubereiten, wie Quantumotor hervorhebt.