Die FPÖ Wien hat heute, am 10. März 2026, während einer Pressekonferenz im Rathaus Maßnahmen zur Entlastung der Wiener Hotellerie gefordert. Unter dem Banner „Wiener Hotellerie – zwischen Jubelmeldungen und Realität“ stellte nicht amtsführender Stadtrat Dominik Nepp die aktuelle Situation der Branche in Frage. In seiner Rede kritisierte er die offiziellen Stellen, die einen florierenden Tourismus in Wien propagieren, und forderte glaubwürdige Unterstützung für die Betriebe.

Besonders betont hat Nepp die Notwendigkeit, die Ortstaxe für zwei Jahre auszusetzen, um die Hotels finanziell zu entlasten. Des Weiteren sollte Druck von der Stadt ausgeübt werden, um die Provisionen von großen Buchungsplattformen zu begrenzen. Die Rücknahme der Erhöhungen beim Wohnbauförderungsbeitrag in Wien sowie die Streichung der Trinkgeld-Pauschale auf Bundesebene wurden ebenfalls als Sofortmaßnahmen vorgeschlagen. Laut Nepp sollen diese Themen in den kommenden Stadtparlaments-Sitzungen behandelt werden.

Die Realität der Hotellerie

Gerald Zmuegg, Geschäftsführer von KMU-Finanzinsider, unterstrich während der Pressekonferenz das starke Gefälle zwischen der gehobenen Fünf-Sterne-Hotellerie und den Zwei-Stern-Betrieben. Hohe Steuerlasten und unterschiedliche Eigenkapitalquoten würden die Gewinnmargen der Hotels stark beeinträchtigen. Der Hotelier Gerald Kern bezeichnete die Situation als „dramatisch“ und wies auf die höchsten Lohnnebenkosten in Österreich hin, die die Hotels zusätzlich belasten.

Einen weiteren Faktor stellte die Trinkgeldpauschale dar, die nicht nur die Einnahmen der Mitarbeiter mindert, sondern auch die finanziellen Belastungen für die Betriebe erhöht. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer gegenwärtig angespannten Marktsituation und trotz positiver Entwicklungen im Gesamttourismus.

Tourismuszahlen im Fokus

Die Bedeutung der Tourismusbranche in Österreich kann nicht genug betont werden. Der Sektor beeinflusst maßgeblich Einkommen, Beschäftigung und die regionale Entwicklung. Die jüngsten Statistiken zeigen, dass Österreich im Jahr 2024 154,3 Millionen Nächtigungen und 46,7 Millionen Ankünfte verzeichnete, was sowohl die Zahlen des Vorjahres übertrifft als auch das Rekordjahr 2019 erreicht. Der Anstieg internationaler Gäste, insbesondere aus Deutschland und den USA, war besonders bemerkenswert.

Statistisch gesehen gab es im Jahr 2024 einen Anstieg der Ankünfte um 3,3 Prozent und der Nächtigungen um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wobei Wien den stärksten Zuwachs mit +9,3 Prozent verzeichnete. Rund zwei Drittel der Nächtigungen stammen von Gästen aus Deutschland (58,5 Millionen) und Österreich (40,3 Millionen). Die Tourismusausgaben stiegen 2022 auf etwa 35,9 Milliarden Euro und sind damit nur noch 5,3 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019.

Die Beschäftigung im Bereich Beherbergung und Gastronomie lag 2024 im Jahresdurchschnitt bei 226.765 Personen. Dies stellt einen Anstieg von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar. Dennoch waren 33.119 Personen im Jahr 2024 arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 9,2 Prozent gegenüber 2023 entspricht. Diese Entwicklungen zeigen, dass, trotz positiver gesamtwirtschaftlicher Trends, noch große Herausforderungen für die Wiener Hotellerie bestehen.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie die FPÖ Wien mit ihrer Forderung nach Unterstützung der Hotellerie Gehör finden wird, während die Branche weiterhin mit den anhaltenden Herausforderungen kämpft. Weitere Informationen zu den aktuellen Tourismusstatistiken können unter bmwet.gv.at eingesehen werden, während die FPÖ Wien ihre konkreten Vorschläge in die politische Diskussion einbringen möchte, wie auf presse.wien.gv.at berichtet. Für weitere Meldungen zu dieser Thematik ist auch wien.orf.at eine hilfreiche Informationsquelle.