Österreich

Forderungen für bessere Pflegebedingungen: Arbeitszeitverkürzung und Rot-Weiß-Rot-Karte im Fokus

Der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Anlässlich des Tags der Pflege haben verschiedene Interessensvertretungen Forderungen erhoben, um die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal zu verbessern. Schon jetzt sind Personalengpässe spürbar, die sich in langen Wartezeiten für mobile Pflege, gesperrten Betten in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern sowie einer Abwanderung von Fachkräften äußern. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 eine massive Lücke von 200.000 Pflegekräften entstehen wird.

Gewerkschaften wie der ÖGB fordern eine stufenweise Arbeitszeitverkürzung, einen Pflegezuschuss für Beschäftigte im Behindertenbereich, einen besseren Zugang zur Schwerarbeitspension und gesetzliche Personalschlüssel für eine angemessene Versorgung von Pflegebedürftigen. Die Caritas verlangt von der Regierung ein umfassendes Personalkraftpaket mit einer Erhöhung der Ausbildungsplätze und langfristiger Finanzierung, um den Beruf für bestehendes Personal attraktiver zu gestalten.

Das Rote Kreuz betont die Bedeutung besserer Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte, da viele von ihnen aufgrund körperlicher und psychischer Beschwerden vorzeitig den Beruf verlassen. Auch die Pflegeorganisation Malteser Care warnt bereits vor einem aktuellen Pflegenotstand aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie. Es kommt zu geschlossenen Stationen in Krankenhäusern und Pflegeheimen und unversorgten Situationen in verschiedenen Pflegediensten.

Die Lebenshilfe setzt sich indes für Verbesserungen für Angehörige von Menschen mit Behinderungen ein, da professionelle Pflegekräfte allein nicht ausreichen, um die Betreuung sicherzustellen. Es fehlen existenzielle Absicherungsmöglichkeiten und flexible Betreuungsangebote. Die Oppositionsparteien SPÖ, FPÖ und NEOS haben ebenfalls Forderungen an die Regierung gerichtet, darunter höhere Löhne, eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung, eine echte Pflegeoffensive und eine Neuaufstellung des Pflegefonds.

Es wird deutlich, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Attraktivität des Pflegeberufs dringend erforderlich sind, um den prognostizierten Personalmangel von 200.000 Pflegekräften bis 2050 zu bewältigen. Es bedarf langfristiger und umfassender Strategien seitens der Regierung, um die Versorgungssicherheit für Pflegebedürftige zu gewährleisten und die Gesundheit sowie das Wohlbefinden der Pflegekräfte zu schützen.

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