In jüngster Zeit werden die rufe nach einer Erhöhung der Förderung für die 24-Stunden-Betreuung lauter. Anlass dazu bietet eine Pressekonferenz, in der Elisabeth Anselm, die Geschäftsführerin des Hilfswerks, die volkswirtschaftlichen Vorteile einer solchen Maßnahme eindringlich betonte. Laut kleinezeitung.at sind die Kosten für die öffentliche Hand bei Pflegebedürftigen in Pflegeheimen deutlich höher als bei der Betreuung in den eigenen vier Wänden. Derzeit liegt die Förderung für die 24-Stunden-Betreuung bei 800 Euro, nachdem sie seit ihrer Einführung 2007 schrittweise erhöht wurde.
Helmut Lutz, Geschäftsführer von Malteser Care, äußerte jedoch seine Bedenken, da die Erhöhung nicht einmal den Wertverlust in den letzten Jahren ausgeglichen hat. Caritas-Generalsekretärin Anna Parr hat sich sogar für eine Anhebung der Förderung auf 1.600 Euro ausgesprochen. Im Vergleich zu den durchschnittlichen jährlichen Nettoausgaben der öffentlichen Hand von 38.728 Euro für eine Person im Pflegeheim sind die Kosten für die 24-Stunden-Betreuung von etwa 9.980 Euro sowie für mobile Dienste von 6.307 Euro erschwinglicher.
Erweiterung der finanziellen Unterstützung
Ein zentrales Anliegen ist die Anpassung der Einkommensgrenzen, die von derzeit 2.500 Euro auf 4.055 Euro erhöht werden sollen, um die Auswirkungen der Inflation zu berücksichtigen. Es wird eine Unterstützung für Personen mit geringen Pensionen durch Sozialhilfe-Zuschüsse gefordert. In der Steiermark existiert bereits ein Beispiel für eine Zusatzförderung für Betroffene mit niedrigem Einkommen, die ab Pflegegeldstufe 4 zur Anwendung kommt.
Infolge der Inflationsverluste haben viele Familien Schwierigkeiten, die erforderlichen Mittel für eine 24-Stunden-Betreuung aufzubringen. Dies führte dazu, dass eine zunehmende Zahl von Pflegebedürftigen gegen ihren Willen in teureren Pflegeheimen landet. Das Thema wird voraussichtlich in einer Sitzung der Pflegeentwicklungskommission diskutiert, die am kommenden Freitag stattfinden soll.
Kostenstruktur und finanzielle Entlastungen
Die 24-Stunden-Betreuung ermöglicht es pflegebedürftigen Personen, in ihrem eigenen Zuhause zu bleiben, und wird von Betreuungskräften, häufig aus Ost- und Südosteuropa, durchgeführt. Die monatlichen Kosten für diese Form der Betreuung schwanken zwischen 2.500 und 3.500 Euro, je nach individuellen Bedürfnissen und Auswahl der Betreuungskraft. Laut pflegehilfe-senioren.de setzen sich diese Kosten aus dem Gehalt der Pflegekraft (zwischen 1.600 und 2.000 Euro), einer Agenturgebühr (300 bis 600 Euro) sowie Reisekosten und anderen Nebenkosten zusammen.
Die staatliche Unterstützung spielt eine entscheidende Rolle, indem Pflegegeld, Verhinderungspflege und andere Zuschüsse den Familien helfen, die finanzielle Last etwas zu mildern. Die Höhe des Pflegegelds variiert je nach Pflegegrad und reicht von 347 Euro für Pflegegrad 2 bis zu 990 Euro für Pflegegrad 5. Darüber hinaus können Angehörige steuerliche Vorteile nutzen, durch die bis zu 20 % der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar sind, was die finanzielle Belastung weiter reduzieren kann. Informationen zu Fördermöglichkeiten sind für Familien in dieser Situation von großer Bedeutung, um eine angemessene Unterstützung zu erhalten, wie seniorenrat.de erläutert.
Insgesamt zeigt sich, dass die 24-Stunden-Betreuung eine wertvolle Option für viele Pflegebedürftige darstellt. Doch um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, ist es unerlässlich, die finanziellen Förderungen zu überdenken und anzupassen.