Die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran haben zu einem regelrechten Schock auf den globalen Finanzmärkten geführt. Am 2. März 2026 kam es in der Nacht zu dramatischen US- und israelischen Angriffen auf iranisches Territorium, die mit der tödlichen Attacke auf den geistlichen Führer Ayatollah Ali Chamenei kulminierten. Diese Angriffe haben nicht nur geopolitische Spannungen erhöht, sondern auch sofortige wirtschaftliche Auswirkungen gezeigt.

Teheran reagierte prompt mit Gegenangriffen und schränkte den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz ein, durch die täglich rund 20 % der globalen Öltransportvolumina geleitet werden. Die Unsicherheit auf den Märkten wurde schnell deutlich. Der Goldpreis stieg am Montag auf bis zu 5.393 Dollar, das entspricht 4.568,40 Euro, was einem Anstieg von 2,2 % im Vergleich zum Freitag entspricht. Damit nähert sich der Goldpreis dem Rekordhoch von fast 5.600 Dollar, das im Jänner 2026 erreicht wurde. Insgesamt hat sich der Goldpreis seit Ende 2025 um fast 25 % erholt, nachdem er im Jahr 2025 um 65 % angestiegen war.

Ölpreise erreichen neue Höhen

Auch die Ölpreise reagieren äußerst empfindlich auf die militärischen Entwicklungen im Iran. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg um 14 % auf 82,37 Dollar pro Barrel, was den höchsten Preis seit Jänner 2025 darstellt. Experten prognostizieren, dass der Ölpreis aufgrund der Eskalation im Iran möglicherweise bis zu 100 Dollar erreichen könnte. Diese Preisbewegung hat bereits zu einem Rückgang der Aktienkurse bei asiatischen Fluggesellschaften geführt, die teilweise um mehr als 5 % gefallen sind. Besonders betroffen war Qantas Airways, dessen Aktien zeitweise um 10,4 % auf den niedrigsten Stand seit zehn Monaten fielen.

Andere Fluggesellschaften wie Cathay Pacific, Singapore Airlines und Japan Airlines erlebten ebenfalls Rückgänge von mindestens 4 %. Die Schließung wichtiger Drehkreuze wie Dubai und Doha hat zu erheblichen Störungen im internationalen Flugverkehr geführt.

Geopolitische Kontexte und Ausblicke

In einem Interview erklärte der Politikberater Cornelius Adebahr von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, dass der Iran seit dem Krieg im Sommer 2025 sein Arsenal an Waffen, insbesondere Mittelstreckenraketen und Drohnen, wieder aufgebaut hat. Die Prognosen deuten darauf hin, dass es zu weiteren Angriffen auf US-Stützpunkte und israelische Ziele kommen könnte. Adebahr betont, dass der Iran sich auf Militärmilizen wie die Hisbollah und die Huthi im Jemen stützt, um militärische Unterstützung zu erhalten.

Obwohl der Iran in den letzten Jahren an Einfluss im Nahen Osten verloren hat, speziell nach dem Sturz von Baschar Al-Assad in Syrien im Dezember 2024, hat er eine aggressive Doktrin für Selbstverteidigung, die auf militärische Handlungen außerhalb der eigenen Grenzen abzielt. Arabische Staaten haben sich in der Zwischenzeit um eine Wiederannäherung an den Iran bemüht, um weitere militärische Konflikte zu vermeiden.

Adebahr warnt jedoch vor der realen Gefahr einer Eskalation des Konflikts. Sollte es US-Soldaten oder Zivilisten treffen, könnte dies zu einer weiteren Zuspitzung führen. Zudem hat der US-Präsident Donald Trump in der Vergangenheit vor den möglichen Folgen eines militärischen Eingreifens gewarnt. Während Russland in den letzten Jahren die militärische Kooperation mit Iran verstärkt hat, wird ein direktes Eingreifen im aktuellen Konflikt nicht erwartet.

Die Entwicklungen in der Region sind weiterhin spannend und die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten weitreichende Folgen auf die globalen Märkte, insbesondere auf den Öl- und Goldmarkt, haben.

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