Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die finanzielle Zukunft für viele Menschen ein großes Sorgenkind darstellt. So gaben in einer Umfrage, die von exxpress durchgeführt wurde, 89 Prozent der 759 Befragten an, besorgt zu sein. Lediglich 3 Prozent der Teilnehmer sehen keinen Anlass zur Beunruhigung. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Ängste vor finanziellen Engpässen unter den Befragten stark ausgeprägt sind.
Nicht nur in dieser Umfrage äußern die Menschen ihre Bedenken. Eine weitere Erhebung von CRIF legt offen, dass 80 Prozent der deutschen Verbraucher in den kommenden 12 Monaten unsicher in Bezug auf ihre finanzielle Lage sind. Besonders ausgeprägt sind diese Sorgen bei 35- bis 54-Jährigen, von denen 35 Prozent eine Verschlechterung ihres Lebensstandards befürchten.
Der Einfluss von Inflation und Preisen
Ein zentraler Grund für diese Ängste sind die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten. Trotz einer leichten Abschwächung der Inflation steigen die Preise für Mieten und Dienstleistungen weiter. Dies bestätigte auch eine Umfrage auf Tagesschau, bei der 31 Prozent der Befragten angeben, eine Verschlechterung ihrer finanziellen Lage zu erwarten.
Die angespannte Situation wird durch die steigenden Mietpreise, die seit 2015 in den 14 größten kreisfreien Städten um fast 50 Prozent gestiegen sind, weiter verschärft. Schockierend ist, dass 3,1 Millionen Haushalte in Deutschland mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Miete ausgeben. Diese finanziellen Belastungen zwingen viele Bürger dazu, ihre Ausgaben zu überdenken und Sparmaßnahmen zu ergreifen.
Veränderungen im Konsumverhalten
Infolge der besorgniserregenden finanziellen Perspektiven gibt fast die Hälfte der deutschen Verbraucher (59 Prozent) an, im vergangenen Jahr sparsamer geworden zu sein. Auch der Umgang mit Finanzen hat sich gewandelt: 44 Prozent kontrollieren ihre Ausgaben heute häufiger über digitale Plattformen. Darüber hinaus setzen 28 Prozent bewusster auf Bargeld, um eine bessere Kontrolle über ihre Ausgaben zu haben.
In diesem Kontext sind 20 Prozent der Deutschen Nutzer von „Buy Now, Pay Later“-Diensten, eine Zahl fast doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie sehr der Druck auf Verbraucher gewachsen ist, ihrem finanziellen Alltag trotz der Unsicherheiten gerecht zu werden.
Die Umfragen verdeutlichen eine klare Tendenz: Die finanziellen Ängste unter den Menschen nehmen zu, und die Maßnahmen zur Kontrolle dieser Ängste machen sich an vielen Stellen bemerkbar. Mit einem signifikanten Teil der Bevölkerung, der besorgt auf die kommenden Monate blickt, bleibt die Frage, wie die politischen und wirtschaftlichen Akteure auf diese Entwicklungen reagieren werden.