Schlafstörungen sind in Europa ein weit verbreitetes Problem, das weitaus häufiger vorkommt als bislang angenommen. Laut einer aktuellen Studie leiden knapp 31% der Erwachsenen hierzulande an verschiedenen Schlafstörungen, wie obstruktiver Schlafapnoe (OSA), Schlaflosigkeit und Restless-Legs-Syndrom (RLS) berichtet Dolomitenstadt.

Die drei Hauptkrankheitsbilder zeigen sich in unterschiedlichen Formen. Obstruktive Schlafapnoe ist eine schlafbezogene Atemstörung, bei der es wiederholt zu Atemstillständen kommt, die pro Nacht mehrere hundert Mal und bis zu Minuten andauern können. Schlaflosigkeit hingegen äußert sich durch Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen und kann sowohl chronisch als auch vorübergehend auftreten. Das Restless-Legs-Syndrom schließlich sorgt für unangenehme Missempfindungen in den Beinen, die bei Ruhe oder Schlaf zu einem starken Bewegungsdrang führen.

Wirtschaftliche Auswirkungen einer Schlafkrise

Die wirtschaftlichen Folgen dieser Erkrankungen sind erheblich. Jährlich belaufen sich die Kosten durch Schlafstörungen auf Hunderte Milliarden Euro. Anteil der direkten Behandlungskosten, wie medizinische Maßnahmen, beträgt etwa 48%, während indirekte Kosten, die durch Arbeitsausfälle und Produktivitätsverluste entstehen, 52% ausmachen. Besonders die obstruktive Schlafapnoe verursachte mit etwa 184 Milliarden Euro die höchsten jährlichen Kosten, gefolgt von Schlaflosigkeit mit 158 Milliarden Euro und dem Restless-Legs-Syndrom mit 79 Milliarden Euro stellt ORF fest.

Die besorgniserregenden Daten stammen aus einer internationalen Studie, die in 47 europäischen Ländern durchgeführt wurde, und umfassen eine systematische Literaturrecherche der Schlafstörungen von Jänner 2020 bis April 2023. Angeführt wurde die Untersuchung von den Wissenschaftlern Claudio Bassetti von der Universität Bern und Thomas Berger von der MediUni Wien. Ahnungen über den Schweregrad des Problems werden durch die geschätzte Prävalenz in der erwachsenen Bevölkerung untermauert: 18% leiden an obstruktiver Schlafapnoe, 10% an Schlaflosigkeit und 3% am Restless-Legs-Syndrom berichtet Die Presse.

Handlungsbedarf für die öffentliche Gesundheit

Die Studienergebnisse heben nicht nur die gesundheitlichen Herausforderungen hervor, sondern zeigen auch die Notwendigkeit auf, Schlafgesundheit stärker in den Fokus der öffentlichen Gesundheitsstrategien zu rücken. Ein bewusster Umgang mit Schlafstörungen ist entscheidend, um sowohl individuelle Lebensqualität zu verbessern als auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Belastungen zu verringern. Der dichte Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und neurologischen sowie psychiatrischen Erkrankungen unterstreicht diesen Handlungsbedarf.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die hohen Prävalenzen und die damit verbundenen Kosten den Stellenwert der Schlafgesundheit in der Gesellschaft drastisch erhöhen müssen. Öffentlichkeitsarbeit und gezielte Präventionsmaßnahmen könnten helfen, das Bewusstsein für diese oft unterschätzten gesundheitlichen Probleme zu schärfen.