Ein schwerer Vorfall in Wien-Donaustadt ereignete sich am Abend des 18. Oktober, als ein 50-jähriger Mann aus Afghanistan seine 15-jährige Tochter mit einem Messer attackierte. Laut Berichten von Kosmo erlitt die Tochter dabei schwere Halsverletzungen, schwebte jedoch nicht in Lebensgefahr. Der Rettungseinsatz war so gravierend, dass ein Rettungshubschrauber angefordert wurde, um die Sanitäter bei der Erstversorgung vor Ort zu unterstützen. Anwohner berichten, dass sie von der dramatischen Landung des Hubschraubers stark betroffen waren.
Die Tat ist das Ergebnis eines eskalierenden Familienkonflikts, über dessen genaue Umstände die Ermittlungsbehörden gegenwärtig Aufschluss suchen. Der Vater wurde noch am Tatort festgenommen. Solche Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Problematik häuslicher Gewalt, die inzwischen auch in Österreich kritische Ausmaße angenommen hat.
Familienkonflikte und Gewalt
Die Herausforderungen, die mit familiärer Gewalt verbunden sind, haben in den letzten Jahren zugenommen. Ein im Jahr 2019 veröffentlichter Familienbericht, erstellt von Birgitt Haller, beschreibt die anhaltenden Probleme von Gewalt in der Familie sowie die Notwendigkeit für effektiven Opferschutz. Gewaltopfer mit speziellen Bedürfnissen, wie körperlichen Behinderungen oder Kommunikationsschwierigkeiten, finden nicht immer den notwendigen Schutz und Unterstützung, was als große Schwachstelle im System gilt. Die Kooperation zwischen Polizei und Gewaltschutzzentren wird als gelungen beschrieben, dennoch bleibt der Schutz von Hochrisikoopfern eine immense Herausforderung, wie im Bericht auf IKF dargelegt wird.
Besonders alarmierend ist, dass Männer und Frauen, die später Opfer von Beziehungsmorden werden, häufig Hilfe bei Polizei oder Gewaltschutzeinrichtungen meiden. Die Daten zu familiärer Gewalt sind lückenhaft, wodurch es schwerfällt, das gesamte Ausmaß des Problems zu begreifen. Laut Berichten des IKF fanden in Österreich zwischen 2018 und 2019 zahlreiche Frauenmorde statt, die hauptsächlich als Beziehungstaten eingestuft wurden und die Diskussion über „toxische Männlichkeit“ intensivierten.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich seit 2013 durch die Ratifizierung der Istanbul-Konvention und anderen Novellierungen, wie etwa dem Gewaltschutzgesetz, verbessert. Dennoch bleibt viel zu tun. Wichtige Reformen sind nach wie vor notwendig, um die Realität der Gewalt in Familien nachhaltig zu bekämpfen. Der Fokus auf Frauen und Kinder im Gewaltschutz muss mit einem Verständnis der komplexen Dynamiken, die in vielen Familien existieren, kombiniert werden.
In einem weiteren Vorfall in Wien, der am 6. August 2025 stattfand, zeigte sich, wie schnell Konflikte eskalieren können. Ein Streit vor einem Einfamilienhaus erforderte ein Eingreifen der Einsatzkräfte, was die Notwendigkeit für eine bessere Prävention und Intervention in familiären Streitigkeiten unterstreicht, wie auch in dem Bericht von MeinBezirk erwähnt wird.