Ein bedauerlicher Vorfall am Kepler Universitätsklinikum in Linz sorgt derzeit für große Aufregung und öffentliche Kritik. Eine 30-jährige Frau erhielt dort aufgrund einer fehlerhaften Gewebeprobe die erschreckende Diagnose Krebs und unterzog sich folglich einer operativen Entfernung ihrer Gebärmutter, zweier Eileiter und eines Eierstocks. Laut 5min.at war diese medizinische Intervention nicht nur unnötig, sondern die Patientin war zum Zeitpunkt des Eingriffs kerngesund.

Der Vorfall zog sich über mehrere Monate. Nach einer Fehlgeburt im Juni 2025 erhielt die Frau zwei Wochen später einen Anruf von der Klinik, wonach bei der Gewebeprobe ein hochaggressiver Tumor festgestellt worden sei. Daraufhin wurde sie im August 2025 operiert, ohne die Möglichkeit zu haben, eine Zweitmeinung einzuholen. Nach der Operation wurde sie schließlich mit der Krebsdiagnose und dem Hinweis auf einen dauerhaft veränderten Hormonhaushalt entlassen, was für die junge Frau die Aussichtslosigkeit zur Kinderzeugung bedeutete. Erst bei einer Befundbesprechung im September stellte sich heraus, dass sie nie an Krebs erkrankt war, was die Klinik selbst als „Komplikationen“ bei der pathologischen Begutachtung bezeichnete, was zu einer Fehldeutung des Befunds geführt haben soll. Demzufolge bezeichnet die Klinik diesen Vorfall als äußerst seltenen Fehler und sieht keinen Behandlungsfehler, berichtet Kurier.

Unabhängige Klärung der Vorwürfe

Um die Vorwürfe aufzuarbeiten, wurde ein unabhängiges Gutachten in Auftrag gegeben, welches die Ursachen der falschen Diagnose klären soll. Dieses Gutachten wird auch prüfen, ob Änderungen in den Abläufen und der Qualitätssicherung notwendig sind. In diesem Kontext hat das Klinikum bereits Gespräche mit dem Anwalt der Patientin aufgenommen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Zudem wurden der Patientin ein persönliches Gespräch und psychologische Unterstützung angeboten. Das Klinikum hat angekündigt, die Empfehlungen der Patientenanwaltschaft zu berücksichtigen, was öffentliches Interesse und Zustimmung gefunden hat, so 5min.at.

Die Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander äußerte Verständnis für die Verunsicherung und den Schmerz der betroffenen Frau und betonte, dass der Fall umfassend analysiert wurde, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder geschieht.

Patientenrechte und Handlungsmöglichkeiten

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, über die Rechte von Patienten und die Schritte, die bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler zu unternehmen sind, informiert zu sein. Laut dem Bundesgesundheitsministerium hängt das weitere Vorgehen von den individuellen Zielen der Betroffenen ab. Dies kann ein klärendes Gespräch mit der verantwortlichen Ärztin oder dem Arzt umfassen. Zudem steht das Beschwerdemanagement des Krankenhauses als Ansprechpartner zur Verfügung. Im Falle schwerwiegender Vorfälle, wie im aktuellen Fall, können unabhängige Patientenanwälte konsultiert werden, die Unterstützung beim gesamten Prozess bieten.

Der Fall der 30-jährigen Frau ist ein beunruhigendes Beispiel für die potenziellen Gefahren in der medizinischen Versorgung und wirft Fragen über die Qualitätssicherung in Kliniken auf. Es bleibt abzuwarten, welche Lehren aus dieser Tragödie gezogen werden und wie sich die Empfehlungen aus dem Gutachten auf die Abläufe im Kepler Universitätsklinikum auswirken werden.