Fachkräfte für die Energiewende und soziale Daseinsvorsorge werden in Deutschland zunehmend gesucht. Eine neue Studie von Michaela Evans-Borchers, veröffentlicht in der Reihe „Impulse für die Finanz- und Sozialpolitik“ der Heinrich-Böll-Stiftung, beleuchtet die zentralen Herausforderungen in diesen Bereichen. Die Direktorin des Forschungsschwerpunktes „Arbeit & Wandel“ am Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule (IAT) stellt fest, dass sowohl Fachkräfte- als auch Arbeitskräftemangel wesentliche Probleme für die Energiewende darstellen. Die Analyse kombiniert verschiedene politische Gestaltungsfelder und zielt darauf ab, Arbeitskräftepotenziale besser zu nutzen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern, um die Fachkräftesicherung zu unterstützen. Diese Informationen wurden auf [oekonews] veröffentlicht.
Die Studie hebt hervor, dass fehlende Kinderbetreuung und familiale Pflegeverantwortung den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren und zur Entstehung von Personalengpässen führen. Zudem wird das Problem der unfreiwilligen Teilzeitarbeit angesprochen, das insbesondere Frauen und Familien betrifft. Es besteht ein dringender Bedarf an verlässlichen Infrastrukturen für Bildung, Betreuung und Pflege, wodurch die Voraussetzungen für die Arbeitsmarkteilnahme signifikant verbessert werden könnten. Auch die steigende Zahl junger Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss wird als Besorgnis erregend eingestuft.
Fachkräftemonitoring für die Zukunft
Im Rahmen des Fachkräftemonitorings, das für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) durchgeführt wird, werden die Arbeitsmarktströme von Angebot und Bedarf bis 2029 analysiert. Dabei stehen ungenutzte Potenziale bei Frauen, älteren Arbeitnehmern und Migranten im Fokus. Diese Analyse wird seit 2007 unter der Leitung des BIBB und IAB, in Zusammenarbeit mit GWS, erstellt. Die Mittelfristprognose zielt darauf ab, Lücken zwischen der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit und Langfristprognosen zu schließen. In den kommenden fünf Jahren wird mit einem Mangel von rund 530.000 Fachkräften gerechnet, wodurch die Bedeutung der Weiterbildung zur Vermeidung von Qualifikations-Mismatch besonders hervorgehoben wird. Detailierte Einblicke sind auf [bmas.de] zu finden.
Zukünftige Herausforderungen am Arbeitsmarkt hängen stark vom Strukturwandel ab, der durch Demografie, Digitalisierung und die Energiewende geprägt ist. Regionale Unterschiede im demografischen Wandel könnten Fachkräfteengpässe insbesondere in strukturschwachen Regionen verschärfen. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Migranten langfristig zu fördern, um positive Effekte auf das Arbeitskräfteangebot zu erzielen.
Langfristige Perspektiven der Energiewende
Die Studie des QuBe-Projekts des Bundesinstituts für Berufsbildung und IAB zeigt, dass bis 2040 zwischen 102.000 und 157.000 zusätzliche Fachkräfte für die Energiewende benötigt werden. Für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sind sogar rund 42.000 zusätzliche Beschäftigte erforderlich. Besonders hohe Nachfrage wird in den Bereichen Bauwesen, Energieversorgung sowie Land- und Forstwirtschaft erwartet. Der demografische Wandel wird das Arbeitskräfteangebot insgesamt verringern und es entsteht eine Diskrepanz zwischen verfügbaren Arbeitskräften und den Anforderungen in neuen, zukunftsweisenden Branchen. Mehr Informationen dazu sind auf [arbeitsagentur.de] verfügbar.
Insgesamt zeigen die aktuellen Analysen die dringende Notwendigkeit, gezielte Maßnahmen zur Fachkräftesicherung zu ergreifen. Ein effektiver Einsatz vorhandener Kapazitäten entlang der Bildungskette könnte dazu beitragen, die Herausforderungen zu meistern und die Weichen für eine nachhaltige und innovative Zukunft zu stellen.