Peter Mandelson, der ehemalige britische Botschafter in den USA und Wirtschaftsminister, wurde im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal festgenommen und anschließend auf Kaution freigelassen. Die Ermittlungen und Hausdurchsuchungen an zwei Adressen laufen weiterhin, während die Vorwürfe gegen ihn sich zuspitzen. Der 72-jährige Mandelson steht im Verdacht, in einer Stellung als öffentlicher Beamter Fehlverhalten gezeigt zu haben. Besonders der enge Kontakt zu dem verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hebt ihn ins Rampenlicht der Ermittlungen. Diese wurden maßgeblich angestoßen, nachdem die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer Kommunikationsdetails zwischen Mandelson und Epstein an die Polizei übergeben hatte. oe24.at berichtet, dass Mandelson während seiner Amtszeit als Wirtschaftsminister von 2008 bis 2010 geheime Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben haben soll.
Im Jahr 2009, so die Veröffentlichung von tagesschau.de, soll Mandelson ein Memo über mögliche Verkäufe britischer Vermögenswerte sowie Steueränderungen an Epstein gesendet haben. Weniger als ein Jahr später informierte er Epstein über ein umfassendes Rettungspaket in Höhe von 500 Milliarden Euro der Europäischen Union, das vor der offiziellen Bekanntgabe an die Öffentlichkeit kam. Diese sensiblen Informationen und die Art der Kommunikation mit Epstein werden von der Londoner Polizei untersucht, die aktiv gegen Mandelson ermittelt.
Regierungskrise in London
Die Vorwürfe gegen Mandelson haben zu einer erheblichen Regierungskrise in London geführt, die Premierminister Keir Starmer unter Druck setzt. Starmer hat Mandelsons mutmaßliche Handlungen als „schändlich“ bezeichnet und ist sich der möglicherweise gravierenden Konsequenzen bewusst. Mehrere enge Vertraute von Starmer traten aufgrund von Mandelsons Ernennung zum Botschafter in Washington zurück. Trotz der verheerenden Anschuldigungen hielt Mandelson seine Freundschaft zu Epstein auch nach dessen Verurteilung wegen erzwungener Prostitution einer Minderjährigen aufrecht. Dies wirft Fragen zur Sorgfalt bei der Ernennung von Mandelson auf, die Starmer vorgenommen hatte, obwohl er von dessen Freundschaft zu Epstein wusste.
Der Epstein-Skandal hat auch andere prominente Personen betroffen. Zuletzt wurde auch der frühere Prinz Andrew wegen ähnlicher Vorwürfe festgenommen. Andrew soll, während er als Sonderbeauftragter für den Handel tätig war, Epstein vertrauliche Informationen übermittelt haben. Seine Rolle im Skandal wird ebenso von den britischen Behörden bewertet. Jeffrey Epstein betrieb über Jahre ein System zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen und hatte Kontakte zu vielen hochrangigen Persönlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Süddeutsche.de merkte an, dass der Fall Mandelson ein weiterer Meilenstein in den weitreichenden Konsequenzen der Epstein-Affäre ist.
Die britischen Behörden haben die Vorwürfe gegen Mandelson und Andrew ernst genommen und gründliche Ermittlungen eingeleitet. Während die Details des Falls aufgedeckt werden, stellt sich die Frage, wie viele weitere Persönlichkeiten in diesen Skandal verwickelt sind und welche rechtlichen Konsequenzen sich daraus ergeben könnten.