In einem besorgniserregenden Trend ziehen sich große europäische Investoren zunehmend aus US-Staatsanleihen zurück. Heute, am 22. Jänner 2026, gab der dänische Pensionsfonds AkademikerPension bekannt, US-Anleihen im Wert von rund 100 Millionen Dollar zu verkaufen. Auch der schwedische Fonds Alecta beteiligt sich an diesem Rückzug, mit einem Verkaufsvolumen, das zwischen 70 und 80 Milliarden schwedischen Kronen liegt. Experten führen diesen Schritt auf ein Zusammenspiel aus politischen Risiken und der unvorhersehbaren US-Politik, inklusive hoher Haushaltsdefizite und wachsender Staatsverschuldung, zurück.

Der Rückzug von europäischen Investoren erfolgt vor dem Hintergrund der Kontroversen um Grönland, in denen US-Präsident Trump die Arktisinsel beansprucht und mit Strafzöllen gegen europäische Staaten droht. Dies hat zu Diskussionen über einen „Sell-America“-Trend geführt, bei dem einige EU-Abgeordnete, darunter Rasmus Andresen, sogar einen EU-weit koordinierten Kaufstopp von US-Anleihen fordern. Ihre Besorgnis wird zudem von dem Zustand der US-Staatsverschuldung getragen, die aktuell über 38 Billionen Dollar liegt und einen Rekordstand erreicht hat.

Politische Spannungen und wirtschaftliche Auswirkungen

Zusätzlich zur bereits hohen Verschuldung, die 120% des BIP erreicht hat und laut Prognosen bis 2030 auf 140% ansteigen könnte, sorgt die schwächende politische Stabilität in den USA für Unsicherheiten bei Investoren. Laut tagesschau.de halten EU-Investoren etwa 23% aller US-Staatsanleihen, was über 2,1 Billionen Dollar entspricht. Dies macht das Potenzial eines großangelegten Verkaufs besonders bemerkenswert.

Die Reaktion der US-Regierung auf diese Entwicklungen ist ebenfalls von Interesse. Finanzminister Scott Bessent hat die Sorgen über einen massiven Abverkauf ausländischer Anleihen zurückgewiesen und betont, dass die ausländischen Investitionen Rekordniveaus erreichen. Dies wird jedoch von vielen Spielern am Finanzmarkt skeptisch betrachtet, da die Rendite für 30-jährige Staatsanleihen aktuell bei 4,92% liegt – ein Zeichen für das steigende Misstrauen gegenüber dem amerikanischen Anleihemarkt.

Ausblick und zukünftige Auktionen

Die Unsicherheiten am Markt könnten auch zukünftige Auktionen von Staatsanleihen beeinflussen. Experten warnen, dass Faktoren wie die politische Unsicherheit und die ansteigende Staatsverschuldung über die Entwicklung der Zinssätze und des US-Dollars entscheiden könnten. Die Ratingagentur Scope betrachtet einen großangelegten, koordinierten Verkauf von US-Anlagen durch europäische Investoren als unwahrscheinlich, sieht jedoch eine schrittweise Diversifizierung und steigende Risikoprämien als wahrscheinlicher an.

Inmitten dieser Entwicklungen müssen sich Investoren und Analysten genau überlegen, wie sie ihre Portfolios anpassen. Der Rückzug von bedeutenden Investoren könnte ein Indikator für tiefere ökonomische Probleme in den USA sein und könnte langfristige Auswirkungen auf die Finanzmärkte global haben. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen finden sich bei spiegel.de.